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  Chronik

Chronik der Theatergruppe Peter von Orb des Kulturkreises Bad Orb
1999 bis 2004

 

Vorwort

Das hätte ich eigentlich nie gedacht, dass ich einmal der Namensgeber einer Theatergruppe sein würde. Eigentlich war ich der Meinung, dass ich mein Dasein als Sagengestalt fristen würde, deren Leben nur durch eine Eintragung in der Chronik des Klosters Rothenburg wage dokumentiert ist. Aber ich bin wohl meinen Orbern als Herz gewachsen, so als eine Art Spessart Robin Hood. In Orb bin ich eigentlich allgegenwärtig als Standbild am Untertor. Dann bin ich  der Namensgeber für verschiedene Busse, war eine zeitweilige Kolumne im Orber Blättchen, und in der Orber Fasnacht bin ich auch schon erschienen. Außerdem gab es mich auch als Bild und zwar im bereits abgerissenen Badehaus Orbgrund. In der Eingangshalle war nämlich meine Geschichte als Gemälde dokumentiert. Und dann wurde ich schließlich der Namensgeber der Theatergruppe Peter von Orb und deren Geschichte möchte ich jetzt gerne erzählen, die kleinen und großen Geschichten auf und gerade auch hinter der Bühne.

Wer an den Besetzungslisten mit allen Beteiligten und den dazu passenden Fotos interessiert ist, der kann diese reich bebilderte Chronik auch als Heft bei unserer Vorsitzenden Kerstin Zischka und unserem jährlichen "Tag beim Peter" für 15,-- € kaufen.

Viel Spaß dabei wünscht
Der Peter von Orb

Wie alles begann

Meine Geschichte spielt in den düsteren Zeiten des 30-jährigen Krieges, als die Schweden Gelnhausen belagerten und die Pest durch’s Land zog. Meine Geschichte und die Sage vom Madstein bewog den Orber Pfarrer Oskar Haseneier dazu, Anfang der 30. Jahre des letzten Jahrhunderts ein Theaterstück zu den beiden Sagen zu schreiben. Das Stück der Orb „Peter von Orb“, dass seine Uraufführung immerhin auf der Bühne im Weißen Saal des Kurhauses erlebte. Dann kam der zweite Weltkrieg und mein Theaterstück verschwand in einer Kiste, bis zum Jahr 1949. Da erwachte in meinen Orbern wieder die Lust am Theaterspiel und sie spielen wieder Theater. Diesmal in der Turnhalle der heutigen Martinusschule. Als Eintrittskarte fungierte damals ein Brikett. Die Zeiten waren hart und man wollte ja nicht unbedingt mit klappernden Zähnen meiner Geschichte folgen. Mich spielte damals übrigens Heinrich Schweitzer, der für mich noch sehr viel an Bedeutung gewinnen sollte. Dabei war es gar nicht so einfach, dieses Stück in der Nachkriegszeit zu spielen, viele Schauspieler waren aus dem Krieg nicht mehr nach Orb zurückgekehrt, oder noch immer in Gefangenschaft und trotzdem schafften es meine Orber, meine Geschichte wieder auf die Bühne zu bringen. Und wieder wurde mein Stück in eine Schublade verfrachtet. Diesmal bis zum Jahr 1959. In diesem Jahr wurde „mein“ Orb 900 Jahre alt und da wurde auch mein Stück wieder aufgeführt. Auch Heinrich Schweitzer war wieder dabei. Diesmal als Köhler und mich stellte diesmal Karl August Pfeifer dar. Die Kostüme fielen bei diesen Aufführungen etwas feudaler aus, denn sie waren aus dem Fundus der Städtischen Bühnen Frankfurt entliehen worden. Nach dieser Spielzeit verfiel mein Theaterstück wieder in Vergessenheit und diesmal für fast in 40 Jahre.

Das Jahr 1998

Ein Traum wird wahr

Schon einige Zeit hatte Heinrich Schweitzer die Idee, meine Geschichte wieder auf die Bühne zu bringen und begann, sie in eine modernere Fassung umzuschreiben. 1998 war es dann soweit, der Text war fertig und er fing an, einen Kreis begeisterter Orber um sich zu scharen, die da waren Elsbeth Ziegler, Ludwig Huth, Werner Johanns, Ralph-Philipp Ziegler und Otto Röder. Er hatte auch einen Regisseur gefunden und zwar einen jungen Salmünsterer, Armin Leistenschneider. Der hatte schon eine Erfahrung im Amateurschauspiel gesammelt und war einer der Gründer der Salmünsterer Passion. Armin Leistenschneider war von Anfang an begeistert von meiner Geschichte und gemeinsam wurde die nächste Hürde genommen. Bei einem Gespräch mit dem Bad Orber Bürgermeister Wolfgang Storck, stellte sich gleich heraus, dass die Stadt die Wiederaufführung auf viele Art und Weise unterstützen würde und der Traum von Heinrich Schweitzer fing an Gestalt anzunehmen. Als Spielstätte wurde der ehemalige Holzhof auserkoren. Er wird begrenzt von der Stadtmauer und dem Amtmannshaus und war somit ein idealer Ort. In Zeitungsartikeln wurde auf ein Treffen im Alfons Lins Haus aufmerksam gemacht und niemand hätte sich im Traum vorstellen können, was damit seinen Anfang nahm. Viele Orber Vereine erklärten sich spontan bereit mit zuarbeiten, so z. Bsp. der Geselligkeitsverein Viktoria, die Männerriege des Turnvereins, der Landfrauenverein, die Sängerlust, der Kirchenchor der Sankt Martins Kirche und viele Orber hatte wieder das Theaterfieber gepackt, so dass man sich um die Besetzung der Rollen keine Sorgen zu machen brauchte. Unterstützt wurde der Arbeitskreis auch von Pfarrer Hofmann, der den Nähfrauen Räume zum Nähen zur Verfügung stellte und auch die eine oder andere Probe fand dann später auch noch im Alfons Lins Haus statt. Im Herbst waren die Textbücher gedruckt und es ging an die Besetzung der Rollen. Alle Rollen sollten soweit als möglich doppelt besetzt werden, was meiner Truppe auch gelang. Die letzten Rollen wurden Ende März besetzt und damit war die Besetzung abgeschlossen.

Das Jahr 1999

Die Proben für den Peter von Orb

Die Proben zu meinem Stück fanden Freitags abends und Samstags meistens ganztägig im Haus der Vereine statt. Dabei wurden meist einzelne Szenen geprobt, da es wegen der vielen Mitspieler und der verschiedenen Szenen unmöglich war alle Schauspieler zusammen in den Proben zu haben. Daher war es für einige Schauspieler auch schwierig sich in das gesamte Stück und ihren Platz in diesem Stück einzuordnen. Dies Problem war jedoch gelöst, als dann bei den Proben auf dem Holzhof alle zusammen waren.
Die Proben der Schweden im dritten Akt waren die muntersten. Da wurde gewürfelt getrunken und vor allem viel gelacht. Und oft waren die Schweden Freitags-Abends nach den Proben noch im Kärrners zu finden. Dies hatte jedoch auch die Folge, dass so mancher Schwede am Samstag Morgen bei den Proben doch etwas sehr müde war. Eines Samstages waren meine Schweden derartig müde, dass mit ihnen wirklich nichts mehr anzufangen war. Schließlich meinte mein Regisseur, die Schweden sollten doch mal einen Schluck Bier zu sich nehmen und dann mal sehen was dabei herauskommen würde. Diese „Medizin“ hat auch tatsächlich geholfen, denn mit einem Male kamen die Einsätze und das Spiel wurde lebhafter. Daraufhin verordnete Armin den Schweden vor jeder Probe und jeder Aufführung eine Flasche Bier, aber das hatte dann aber auch ungeahnte Folgen, von denen ich noch erzählen werde.
Interessant war es in den Proben, wenn Armin Metzler mich darstellte. Gar manches Mal folgen die Knöpfe seines Hemdes im hohen Bogen davon, was ihn schließlich dazu veranlasste statt in einem Hemd  mit T-Shirt oder Sweatshirt zu proben. In einer Probe wehrte er sich so gegen seine Verhaftung, dass er mit Alexander in einen Stapel Tische und Stühle flog. Es tat zwar einen fürchterlichen Schlag, aber Gott sei Dank hatten sich beide nicht verletzt.
Interessant war auch die Suche nach einem Trinkspruch für meine Schweden. Zunächst erschallte immer ein ordentliches Prost, doch das hatten die Schweden bestimmt nicht gesagt. Also was tun? Nach einer kurzen Diskussion einigten sich meine Schweden auf ein kräftiges „Wasa“. Das wiederum kam meinem Regisseur Armin doch ein wenig seltsam vor und er meinte er würde erst einmal seine Kollegen aus Schweden fragen, wie man sich den dort zuprosten würde. Bei der nächsten Probe lernten meine Schweden, dass es in Schweden nicht „Wasa“ sondern „Skol“ heißen würde, und von da an erschallte nun ein kräftiges „Skol“ und so ist es bis heute geblieben.
Ein geplagtes Wesen war auch mein schwedischer Dragoner Kerstin. Anfangs hatte sie einige Schwierigkeiten meinen Obristen von dem Hauptmann zu unterscheiden. (Kann ich gut verstehen, denn mir waren militärische Ränge auch schon immer egal) Jedenfalls meinte mein Hauptmann Günther er würde ich eben ein großes „H“ auf seine Glatze schreiben, damit Kerstin dann eben diese Probleme nicht mehr haben würde. Übrigens, konnte Kerstin bei den Aufführungen, dann die beiden Offiziere sehr gut unterscheiden.
Kaum war dies eine Schwierigkeit für Kerstin gelöst, kam auch schon die nächste. Nur zu gerne klaute sie ihrem schwedischen Kornett Alexander einen Satz aus seinem Text. Alexander griff schließlich zu einem ziemlich drastischen Schritt, um dies ihr abzugewöhnen. Ein kräftiger Klaps auf den Po beendete dieses Problem, den außer das Kerstin der Po doch eine Weile wehtat, vergaß sie diese Textstelle nicht mehr.
Und dann kam noch die Probe, bei der sie lernen musste vom Stuhl zu fallen. Das hört sich zwar ganz einfach an, ist aber nicht, wenn man weiß das man fallen soll, aber man nicht darauf gefasst sein darf. An die zwanzig Mal musste sie vom Stuhl fallen, bis Armin schließlich zufrieden war. Am nächsten Tag taten ihr zwar doch ein paar Knochen weh, aber dafür hat es dann bei der Aufführung doch ganz gut ausgesehen.
Im Laufe der Proben wurden meine Schweden immer sicherer. Nicht nur der Text saß, nein auch das Kartenspiel und Kabbeln an den Tischen klappte ausgezeichnet. Schade nur, dass man später auf der Bühne kaum etwas davon sah, den meine Theater-Schweden verschwanden fast unter der Zahl der Schweden vom Männerchor der Sängerlust.

Schnuppervorstellung zur Aufstellung des Maibaums

Am 30. April wird in Orb traditionsgemäß der Maibaum aufgestellt und daher sollte bei dieser Gelegenheit auch ein wenig Werbung für mein Stück gemacht werden. Die Idee war an sich nicht schlecht, nur hatten meine Schauspieler kein Mikrophon und waren daher auf dem Marktplatz nur sehr schwer zu verstehen und das wiederum beeinträchtigte das Interesse der Zuschauer sehr. Schade, aber die Leute sollten ja auch neugierig auf meine Geschichte werden und das hatten wir geschafft, denn aus den geplanten 8 Aufführungen wurden letztendlich 10 Aufführungen, wobei die Generalprobe ebenfalls schon vor Publikum gespielt wurde.

Fototermin für die Orber Schweden

Im Mai wurde der Schwedentrupp eingekleidet, was bei einem schwedischen Jäger namens Norma erst einmal zu einem Protest führte, denn die Jäger sollten keine Hüte erhalten. Meine Chefin des Fundus, Waltraud Boes ließ sich erweichen und schließlich erhielten auch die Jäger ein zu ihrem Kostüm passenden Hut.
Schließlich waren meine Schweden soweit fertig und nun ging es mit Elsbeth Ziegler zum Fototermin auf die Stadtmauer. Das war eine etwas wackelige Angelegenheit, denn die Steine waren schon etwas lose und meine weiblichen Schweden waren etwas ängstlich, als wenn die in ihrer Kindheit nicht auf der Stadtmauer oder auf irgendwelchen Bäumen herumgeklettert wären! Elsbeth machte Fotos was der Fotoapparat, gab’s zu meiner Zeit noch nicht, hergab und wir hatten auch einige Zaungäste, die sich wunderten, was sich dann da am Untertor so tat.
Nach einigen verknipsten Filmen machte sich der Schwedentrupp wieder auf den Weg zum Alfons Lins Haus., denn die Kostüme mussten wieder abgegeben werden, um entsprechende Änderungen noch vornehmen zu können. Im Pfarrhof trafen meine Schweden dann noch auf Pfarrer Hofmann, der sich sehr gerne mit ihnen fotografieren ließ.

Proben auf dem Holzhof

Als endlich die Proben auf dem Holzhof begannen, waren meine Schauspieler sichtlich froh, denn im Haus der Vereine war es mit der Zeit ziemlich eng geworden. Und auch von diesen Proben gibt es einiges zu berichten.
Zunächst hatten wir noch keine Bühne und so teilten Kreidemarkierungen auf dem Pflaster des Holzhofes die Bühne ein.
Nicht ohne Schmerzen liefen die Proben für den Köhler Werner und meine beiden Peter-Darsteller Arno und Armin ab. Bei der Beschwörungsszene mussten sie auf dem Pflaster herumkriechen und nach einigen Proben waren die Knie schließlich mehr als wund.
Ein Autofahrer der sein Fahrzeug auf unserer eingezeichneten Bühne abgestellt hatte, wird nicht schlecht gestaunt haben, als er auf den Holzhof zurückkehrte, denn das Auto stand nicht mehr auf seinem ursprünglichen Platz, sondern einige Parkplätze weiter. Meine Schweden hatten das kleine Auto nämlich kurzerhand herumgetragen.
Auch mit dem Wetter mussten sich die Schauspieler herumschlagen. An einer Probe am Samstag Morgen goss es in Strömen. Daraufhin verlegte Armin die Probe kurzerhand in das Vereinsheim der Sängerlust. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in einer Orber Pizzeria gingen die Proben weiter. Allerdings trugen die Schauspieler nun dicke Pullover und Regenjacken, da es noch immer ziemlich düster am Himmel aussah und ein kalter Wind wehte.
Sehr interessant war ja auch die Probe der Fronleichnamsprozession. Pfarrer Hofmann hatte uns den alten reich bestickten Himmel für die Prozession zur Verfügung gestellt, doch bei den Proben sollte er eben noch nicht genutzt werden und kam es doch zu seltsamen Bildern, denn die Männer des Turnvereins schritten mit würdigen Schritten die Bühne hinauf, doch statt der Stangen des Himmels trugen sie....., Bierflaschen. Wenn das der Weihbischof Kapp gesehen hätte......

Eröffnung der Ausstellung über den Peter von Orb

Wer denkt ich sei nur eine unbedeutende Sagengestalt, der hatte sich gründlich geirrt, denn zu dem Schauspiel gab es dann auch noch eine Ausstellung. Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass man über mich so viel erzählen könnte. Hauptsächlich ging es um die Frage, ob ich wirklich gelebt habe. Hatte ich aber nach einer Urkunde des Klosters Rothenbuch. Das Kloster hatte ich nämlich mit meinen Kumpels überfallen und darüber waren die Mönche eben nicht unbedingt begeistert. Versteh ich gar nicht! Erstens wollten wir nur unseren Hunger stillen und außerdem den armen Bauern im Spessart ein wenig das karge Leben erleichtern. Ich war nämlich fast so etwas wie ein Spessart Robin Hood. Zurück zur Ausstellung. Mittlerweile waren mir ja meine Schweden doch auch etwas ans Herz gewachsen, jedenfalls begleiteten sie die Ausstellungseröffnung in ihren bunten Kostümen. Schmuck sahen sie aus. Allerdings schwächelten einige der Schweden, da die Luft im Haus des Gastes ziemlich stickig war und sie im Gegensatz zu den Gästen der Ausstellungseröffnung stehen mussten. Als dann die Reden beendet waren, stürmten sie erst einmal ins Freie um sich dann später in Ruhe meine Ausstellung anzusehen.

Probeschminken bei Marietta Heim

Damit alle Schauspieler auf der Bühne gut aussehen, hatte sich Marietta Heim bereit erklärt die Schauspieler zu schminken. Mit ihrem Team musste sie insgesamt an die 70 Schauspieler schminken, ohne die Statisten und die Tanzgruppen der Viktoria, denn die wurden von ihren jeweiligen Trainerinnen in Form gebracht. Zurück zu den Schauspielern. Um meine Schauspieler entsprechend verwandeln zu können, wurden die Schauspieler in kleine Gruppen eingeteilt und los ging es zum Probeschminken. Ein Problem gab es ja auch noch. Bei den schwedischen Soldaten gab es einige weibliche Wesen und die mussten ja doch irgendwie männlich aussehen. Die bekamen dann noch passend zu der jeweiligen Haarfarbe einen Bart. Da musste ich doch wirklich lachen. Beim Probeschminken wurde der Bart ja noch gemalt, doch bei den Aufführungen gab es Kunstbärte die aufgeklebt wurden und das war mitunter nicht gerade sehr angenehmen. Also ich ziehe meinen Hut vor meinen weiblichen Schweden, die
haben nämlich einiges mit ihren Bärten überstehen müssen. Später kamen dann noch Narben hinzu, die wirklich täuschend echt aussahen.

Festzug zum Brunnenfest

Natürlich waren meine Schauspieler auch beim Festzug zum Brunnenfest vertreten. Treffpunkt war das Kärrners und da tranken meine Schweden erst einmal ein Bier. Es war ziemlich warm geworden und Frau Prähler staunte nicht schlecht, als sie einen Dragoner namens Kerstin sah. „Huch da läuft ja der Vorhang meiner Mutter“, war dazu ihr Ausspruch.
Die Darsteller von Lisbeth und Franz, Nadine und Andreas fuhren in einer Kutsche, während ich mit meinen Schweden eine Gruppe bildete und hinter den weiteren Darsteller aus dem Peter von Orb liefen. Das hat viel Spaß gemacht und ich glaube, dem einen oder anderen Orb tat es dann doch leid, dass er nicht bei dieser tollen Truppe dabei war. Aber wie heißt es doch so schon, wer zu spät kommt, kann dann eben nur noch zusehen.

Generalprobe und Filmaufnahmen des Hessischen Rundfunks

Das ich einmal in einem Ding namens Fernseher landen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Der Hessische Rundfunk drehte im Rahmen der Sendung „Bilderbogen“ einen Bericht über die Sagen und Märchen im Kinzigtal und im Spessart und da durfte meine Erzählung natürlich nicht fehlen. Und als die Redakteure der Sendung erfuhren, dass meine Geschichte zu einem Theaterstück geworden war, besuchten sie uns kurzerhand auf dem Holzhof und drehten eine kleine Reportage über unser Theaterstück. Als Szene dachte man an die Sterbeszene von Lisbeth. Nadine und Armin gaben wirklich alles und gewürzt wurde das ganze noch damit, dass drei von meinen Schweden mit brennenden Fackeln bewegungslos mit auf der Bühne standen. Die drei waren der Hauptmann Thomas, der Dragoner Kerstin und der Jäger Norma. Wenn die drei gewusst hätten, dass sie noch einige Male so da stehen sollten.........

Festzug zum Hessentag in Baunatal

Auch auf dem Hessentag in Baunatal war die Theatergruppe natürlich dabei. Natürlich die Schweden und die Hauptdarsteller, wobei ich diesmal von meinem Regisseur Armin dargestellt wurde. Das hat er gar nicht so schlecht gemacht. Die Hauptdarsteller hatten es ja noch gut, denn sie durften im Wagen mit der Brunnenkönigen und dem Bürgermeister mitfahren, während die Schweden und die Musiker des Musikvereins Bad Orb die ganze Strecke laufen mussten.
Schon früh am Morgen ging es in Orb los, natürlich mit einem Bus mit Namen Peter von Orb. Nadine und Carina waren schon bei Marietta Heim zum schminken gewesen, während meine Schweden es vorzogen ein wenig länger zu schlafen, da sie am Vortag eine längere Probe hatten und mal wieder im Kärrners versumpft waren.
Im Bus boten sich schon seltsame Bilder. Harald saß mit Nadel und Faden und nähte seine Stulpen, während einige noch ein Nickerchen hielten. Einige hatten schon ihre Kostüme angezogen, während andere noch in Zivil dasaßen.
In Baunatal entdeckten wir auch noch das große Maltalent Alexander, als er nämlich meinen weiblichen Schweden mit einem Kajalstift Bärte verpasste. Die sahen echt gut aus meine Mädels. Ich hätte nie gedacht, dass ich auch noch einen Picasso in meinen Reihen hatte. Kann man mal sehen, da gibt es doch noch verborgene Talente.
Meine Schauspieler mussten lange warten bis es endlich losging. Moni hatte sich an einem Stand eine Frikadelle gekauft und saß nun auf dem Bürgersteig vor sich einen kleinen Papierdeckel. Da kam ein Mann vorbei saß sie kurz an und warf einen Groschen auf den Teller. Moni schaute ziemlich verdutzt drein und meine Schauspieler waren ziemlich am frotzeln.
Endlich ging es los und der Lauf durch die Innenstadt von Baunatal war sehr anstrengend, da es auch sehr warm war. Unterwegs wurde immer wieder ziemlich süßer Tee ausgeschenkt, doch meine Schauspieler griffen da lieber zu einem Becher Bier, denn wozu hatten wir denn sonst den Wagen dabei.
Ziemlich müde saßen meine Mannen dann auf der Rückfahrt im Bus. In Orb angekommen, gingen einige in die Bahnhofsgaststätte, um sich dort den Umzug noch einmal anzusehen. Meine Schweden waren da ziemlich enttäuscht, waren sie doch kaum auf den Aufnahmen zu sehen. Aber das tat ihrer guten Laune keinen Abbruch, denn sie feierten mal wieder ziemlich lange.

Messe für die Schauspieler des Peter von Orb am Johannisfeuer

Also, dass ich einmal erleben würde, dass für mich eine Messe gelesen würde! Ich hätte das nie für möglich gehalten. Aber das gab es. Am Vortrag der Premiere fand das Johannisfeuer am Wartturm statt und da meinte Pfarrer Hoffmann, dass dies doch eine gute Gelegenheit sei, in den Gottesdienst auch um gutes Wetter während der Aufführungen zu bitten. Zu diesem Zweck sollten die Schauspieler auch in ihren Kostümen erscheinen. Einige hatten diese Bitte wohl nicht gehört, denn wer dann am Ende wirklich im Kostüm, allerdings ohne Schwert, zur Messe kam, waren meine Schweden. Ansonsten blieb die Bitte an den Lieben Gott wohl nicht ungehört, denn wir hatten bei den Aufführungen das beste Wetter. Ein Gewitter entschloss sich erst nach der Aufführung loszubrechen und ein größerer Regenschauer suchte sich die Pause der letzten Aufführung aus. Daher wurde die Pause verlängert und den Schauspielern bot sich ein Bild, von dem ich noch erzählen werde.

Die Aufführungen

Für den Peter von Orb waren insgesamt acht Aufführungen geplant worden, doch schon kurz nach Beginn des Vorverkaufs zeichnete sich ab, dass diese Aufführungen nicht reichen würden, alle Kartenwünsche zu erfüllen. Schließlich gab es sogar noch eine Warteliste im Verkehrsbüro und daraufhin entschloss sich das Orga-Team noch eine Zusatzvorstellung anzubieten und die Generalprobe sollte ebenfalls schon vor Publikum stattfinden. Aber auch das reichte nicht ganz aus und so stellten wir noch Festzeltbänke auf um ausreichende Sitzmöglichkeiten anbieten zu können. Schließlich war der Holzhof dann so gut besetzt, dass die Schauspieler so manches Mal Probleme hatten, auf die Bühne zu kommen.

Für meine Schauspieler war dies eine sehr aufregende Zeit. Pünktlich mussten sie in der Maske erscheinen, um fachgerecht geschminkt zu werden. Aus jungen Frauen wurden schwedische Soldaten, aus einem braven Gerichtsvollzieher wurde ein bösartiger Köhler und zwei junge Frauen wurden zum grimmigen Fürsten der Hölle. Es war schon sehr interessant zu sehen, wie so manche in die Maske gingen und dann wieder herauskamen. Im Amtmannshaus war nicht nur die Maske, sondern auch die

Umkleideräume der Schauspieler untergebracht. Aufenthaltsort für die Schauspieler vor ihren jeweiligen Auftritten war jedoch der Polizeihof, der ausgiebig genutzt wurde.
Damit jeder Schauspieler genau wusste, wann er auf die Bühne kommen sollte hatte Detlef für Armin an jedem Bühnenaufgang eine kleine Ampelanlage aufgebaut und Armin hatte den Schauspieler wirklich eingebläut, dass sie nur bei „grün“ auf die Bühne gehen sollten. Grün gab Armin immer von der Technik aus, die von Bernd Weisbecker und Edwin Dickert bedient wurde die auch bei den Fremdensitzungen der Viktoria für einen guten Ton und eine gute Beleuchtung sorgen. Also ohne „grün“ geht bei  meinen Schauspielern niemand auf die Bühne und das sollte noch Jahre später seine Folgen zeigen, doch davon später.

Auf dem Polizeihof ließen es sich die Schauspieler dann auch gut ergehen, insbesondere die Schweden. Sie kamen ja erst zum Ende des ersten Aktes dran und hatten daher entsprechend Zeit sich auf ihre Rollen vorzubereiten und das hieß für sie, dass sie sich in aller Ruhe einige Flaschen Gerstensaft zu Gemüte führten. Außerdem hatte Armin das ja auch nach der denkwürdigen Probe im Haus der Vereine ja angeordnet. Für Nachschub sorgte immer Ewald Schnarr, so dass wirklich niemand durstig sein musste.
Bei der Premiere grassierte natürlich auch das Lampenfieber und jeder hatte da so sein Rezept. Ganz schlimm hatte es meinen Dragoner Kerstin erwischt, der doch partout vor seinen Auftritt unbedingt nach Hause gehen wollte. Nach ein paar beruhigenden Worten von Kornett Alexander gab Kerstin ihr Vorhaben auf und entschloss sich dann doch auf die Bühne zu gehen. Allerdings hat sie auch noch heute mit dem Lampenfieber zu kämpfen, aber längst nicht mehr so schlimm.

Köhler Werner saß meistens au der Treppe im Bachmannshaus und ging mehr oder weniger laut seinen Text durch. Damit erschreckte er nicht wenige Schauspieler die nicht damit rechneten, auf einer dunklen Treppe noch einer wesentlich dunkleren Gestalt zu begegnen.
Aber auch Luther Ralph-Philipp hatte so seine Sorgen, denn just an der Premiere war sein Lutherkostüm wie vom Erdboden verschluckt. Das konnte doch nicht war sein. Nirgends war das Kostüm zu finden. Ralph-Philipp stellte in fieberhafte Eile die ganze Wohnung auf den Kopf. Wie sollte er Armin beibringen, dass sein Kostüm weg war? Mit äußerst schlechtem Gewissen fuhr er zum Holzhof. Und da wurde er von seinem schlechten Gewissen endlich erlöst, denn sein Kostüm hing friedlich im Bachmannshaus auf dem Kleiderständer. So weit kann das Lampenfieber führen.
Weniger mit dem Lampenfieber zu kämpfen hatte die männliche Besetzung der Orber Bürger, denn die allesamt bei der Fasnacht sehr aktiv waren da schon einiges mehr gewohnt, als meine übrigen Schauspieler.

Für die Schweden war es immer recht schwer genau festzustellen, wann denn der Überfall auf die Orber Bevölkerung stattfinden sollte. Eine wichtiges Indiz war dafür, wenn der Obrist Frank endlich seine Uniform angelegt hatte. Frank hatte wirklich die Ruhe weg, er kam grundsätzlich mit kurzen Hawaii-Shorts zu den Aufführungen und wie gesagt, erst kurz davor verwandelte er sich in einen schwedischen Obristen.
Doch auch die berühmte Szene eins/sieben war schon etwas besonderes. Die einzige Liebesszene in meinem Stück. Schade, dass ich da nicht mitmischen durfte. Und noch nicht einmal bei meinem Schweden gab es so was.

So ihre Schwierigkeiten hatte auch Satan Tamara. Vor ihr kroch während der Beschwörungsszene in zweiten Akt ihr Ehemann Armin, dem sie ein „Tritt hervor Du Wurm der Erde“ zurufen sollte, ebenso erging es Teufel Regina deren Ehemann Arno ebenfalls mich darstellte. Doch auch der Stein, auf dem der Satan stand hatte so seine Tücken. Zum einen war er doch etwas wackelig und wenn man oben stand, wurde man von der Beleuchtung geblendet und da war ein Auf- bzw. Abstieg gar nicht so leicht.
Einige Male hatte der Überfall auf die Orber schon gut geklappt, doch dann kam die fünfte Aufführung. An diesem Abend war es noch sehr warm und die Schauspieler tranken einiges, eben auch Bier. Das hatte schließlich zur Folge, dass einige der Schweden ziemlich betrunken waren, als sie zu ihrem Auftritt gehen sollten. Ein schwedischer Jäger namens Norma, wollte partout nicht über die Rosengasse zu seinem Überfall, was er hätte tun sollen, sondern über den Bühneneingang Burgring. Obwohl Kerstin mit viel Geduld Norma in die Rosengasse bugsierte, stand Norma kurze Zeit später wieder am Burgring. Schließlich gab Kerstin auf und ging dann eben über den Burgring zum Schwedenüberfall.

Unser Armin war natürlich ziemlich sauer, denn ihm war es aufgefallen, dass einige Schauspieler zuviel getrunken hatten und setzte ein Donnerwetter, dass sich gewaschen hatte und damit hatte der Armin ja auch recht. Zur Ehrenrettung der Schweden muss noch gesagt werden, dass auch noch weitere Schauspieler ziemlich tief in die Flasche gesehen hatten. Jedenfalls lief es nach der Pause wesentlich besser und das wichtigste war ja auch, dass unsere Zuschauer von der Leistung meiner Schauspieler begeistert war.

Aber es gab noch andere Pleiten, Pech und Pannen. Zu Beginn des dritten Aktes standen Alexander und Kerstin an der hinteren Bühnenrampe und warteten auf ihren Auftritt. Plötzlich wurde Alexander unter seiner Schminke ziemlich blass. Miriam stand neben den beiden und wurde ebenfalls ziemlich blass, denn Alexander stand da und stammelte, „mein Text ist weg, ich brauche ein Textbuch“: Doch woher nehmen? Die Zeit war viel zu knapp. Und schon zeigte die Lampe „grün“. Und was jetzt? Panik stieg in Kerstin hoch und leise betend stolperte ein total unsicherer Dragoner hinter seinem Kornett die Rampe nach oben, nur um dann ziemlich staunend und sehr erleichtert zu hören, dass Alexander seinen Text fehlerfrei sagen konnte. Gut gell?
Alexander hatte noch ein anderes Problem zu bewältigen, denn seine „Theaternarbe“ löste sich zu gerne ab. Immer wieder hörten die Schweden den Satz „Du, hält meine Narbe noch?“ Das lag zum einen daran, dass es den Schauspielern beim Spielen ziemlich warm wurde und Alexander eben auch eine ausgeprägte Mimik besitzt und zu gerne lachte und das hält eben auch die beste Theaternarbe nicht aus. Meist genügte ein erneutes Festdrücken und die Narbe hielt und wenn es ganz schlimm wurde, musste Alexander eben noch einmal in die Maske.

So mancher Texthänger hatten die Schauspieler zu bewältigen. Dabei schoss unser Obrist Frank den Vogel ab. Er verhaspelte sich in der Wirtshausszene derart, dass meine Schweden das elende Nest Orb niederbrennen sollten. Es dauerte eine ganze Weile bis sich Frank wieder gefangen hatte und diese wenigen Minuten wurden für die Schauspieler zu Stunden. Da sich Frank seine Rolle mit Kalli teilte, war nun auch Kalli immer mit auf der Bühne und wenn Frank merkte, dass er unsicher wurde ging er, so als würde das zu seinem Text gehören, zu Kalli und ließ sich sein Stichwort geben.
Für die Zuschauer ergab sich auch ein Schauspiel, dass sie nicht sehen konnten. Damit die Schweden ihren Einsatz beim Saufchor nicht verpassten stand bei jeder Aufführung Armin hinter dem Publikum und schwenkte eine schwedische Flagge. Für uns sah das von der Bühne ziemlich komisch aus, denn man hätte glauben können, Armin wollte Schmetterlinge fangen, oder so was ähnliches. Jedenfalls gab den Schweden Armins Einlage die nötige Sicherheit und das sollte es ja schließlich auch bezwecken.
Völlig aus dem Konzept brachte schließlich Jäger Thomas Angelstein die Schweden, als er mitten in der stillsten Stelle im Stück laut sagte „da oben fliegt ein Jumbo“. Das war ein ziemlicher Anschlag auf die Beherrschung der Schauspieler, denn wir durften uns an dieser Stelle nicht bewegen. Aber wir schafften es und Thomas musste sich wegen seines Jumbos noch einige Frozzeleinen an hören.
Aber auch er hatte seinen Kampf mit dem Alkohol, denn bei seinem Satz, den er im dritten Akt gerade noch sagen konnte, allerdings leicht unverständlich, fiel er wie ein gefällter Baum auf den Tisch. Bei der letzten Aufführung schwang er einen Bund Gelbenrüben in der Hand hin und her. Dies war eine Frotzelei auf die Hanauer, die allerdings nur die Orber, verstanden.

Auch mit der Angst bekam ich es zu tun, als Nadine, die die Lisbeth spielte bei ihrer Sterbeszene hyperventilierte und keine Luft mehr bekam. Immer wieder versuchte sie Luft zu holen und erst als Hildegard in ihrer Rolle als Maria sie mit einem feuchten Tuch abwusch beruhigte sich Nadine.
Die Sterbeszene machte mir sehr zu schaffen, jedes Mal standen mir gestandenem Räuber doch die Tränen in den Augen. Was war ich stolz auf meine beiden Peter, Armin und Arno und auf meine Lisbeth.
Unser Kerkermeister Michael hatte auch so seine Schwierigkeiten, denn er rief einmal statt „Die Leute wollen die Lisbeth sehen“, „Die Leute wollen die Sophie sehen“ und ich gehe jede Wette ein, dass er dabei an seine Frau dachte, die als Magd Sophie ebenfalls mitspielte.

Meinen Schweden Thomas, Norma und Kerstin fiel der vierte Akte nicht gerade leicht. Sie standen mit brennender Fackel regungslos auf der Bühne und durften keinerlei Regung zeigen. Jeder hatte da so sein Rezept. Norma suchte sich irgendeinen Punkt auf dem Holz, den sie anstarrte, während Kerstin sich ein Blatt an einem Baum suchte und es regelrecht hypnotisierte.  Auch Thomas sah träumend in die Ferne. Der vierte Akte dauerte auch noch eine ganze Weile und den Dreien wurde doch der Arm etwas schwer, wenn sie die Fackel mit einem ausgestreckten Arm halten sollten. Aufatmen konnten die Drei, wenn sich am Ende der Leichenzug mit der toten Lisbeth in Bewegung setzte. Nur die Feder an Thomas Hut schwebte dann in akuter Gefahr, denn sie kam so manches Mal in ziemlicher Nähe der brennenden Fackeln.
Am schönsten war es für meine Schweden, wenn sie am Ende des Stückes noch einmal auf die Bühne marschierten, so mit Marsch und Fahne. Sahen ja auch wirklich gut aus meine Schweden.

In meinem Stück spielten auch sehr viele Kinder und Jugendliche mit und für die hatte der Bürgermeister Wolfgang Storck nach einer Aufführung am Sonntag eine ganz besondere Überraschung mitgebracht, denn sie bekamen für den darrauffolgenden Montag schulfrei. Das war vielleicht ein Jubel und ich war ganz schön stolz auf meine jungen Schauspieler und freute mich natürlich mit ihnen.

Die Nachtwachen

Auch von den Nachtwachen gibt es einiges zu berichten. Eigentlich waren sie mehr durch Zufall in dieser Form entstanden. Alexander und sein Bruder Niki hatten sich bereit erklärt, die erste Nachtwache zu übernehmen und mehr aus Solidarität blieben Norma, Werner, Andrea, Harald und Kerstin auch auf dem Holzhof. Keiner hatte daran gedacht, dass es in der Nacht erbärmlich kalt werden würde und da half auch der Kaffee der AWO nichts, den sieben Nachtwächtern wurde es kalt. Besonders Kerstin fror erbärmlich. Alexander half aus und schließlich hatte Kerstin nicht nur Alexanders Sweat-Shirt, sondern auch seine Jeans Jacke an. Ja, ja die Kameradschaft der Schweden...
Auch die folgenden Nächte hielten die sechs die Nachtwachen, Niki war dann allerdings nicht mehr dabei. Damit war der harte Kern der Nachtwachen entstanden.

Die Nachtwachen begannen, wenn der letzte den Holzhof verlassen hatte, meist so gegen 2.00 Uhr in der Frühe und dauerten bis zum nächsten Morgen gegen 10.00 Uhr, wenn Ludwig Huth die sechs Schweden ablöste und sie endlich in ihr Bett kriechen konnten. Doch die Nächte waren auch gemütlich, wenn es langsam still wurde und man die verschiedenen Sternbilder von der Bühne des Holzhofes am besten erkennen konnte, oder wenn es langsam dämmerte und die Sonne aufging. Andrea und Norma erschreckten dann noch einige Kirchgänger als sie an einem Sonntagmorgen in aller Frühe den Schwedenaufmarsch probten. Nun ja, was tut man nicht alles um wach zu bleiben. An einem Abend bekamen die sechs Schweden auch noch Verstärkung in Form von Christoph Bellinger und Thomas Wallich, die sich zu der Nachtwache gemeldet hatten. Allerdings schliefen sie beiden Nachtwächter friedlich, während der harte Kern mal wieder wach blieb. Gegen Ende der Holzhoffestspiele sparte die Maske an den Sechsen auch die Schminke, denn sie hatten solche Ringe unter den Augen, dass man da nicht mehr mit Farbe und Pinsel nachhelfen müsste. 

Die letzte Aufführung

Armin hatte den Schauspielern erzählt, dass es eine alte Theatertradition gibt, die da besagt, dass die Schauspieler während der letzten Aufführung allerlei Schabernack untereinander treiben, allerdings so, dass das Publikum nichts davon bemerkt. Das „Opfer“, muss dann weiterspielen, egal welche Späße mit ihm auch getrieben werden. Das ließen sich meine Schauspieler natürlich nicht zweimal sagen und herauskamen diese Geschichten, die für unser Publikum nicht unbedingt sichtbar waren.

Die ersten Opfer waren unsere Orber Waschfrauen die sich plötzlich schwarzer Reizwäsche gegenübersahen. Gab’s das eigentlich schon im 30-jährigen Krieg?

Einen besonderen Streich wollten die Schweden ihrem zweiten Obristen Frank spielen. Sie hatten alles vorbereitet, anstatt des gewohnten Apfelsaftes sollte dem Frank in seinem Krug ein ordentlicher Schluck „Martinusquelle extra herb“ verabreicht werden. Nur als es dann soweit war, war die extra abgefüllte Flasche weg und der Streich ging ins Leere. Ob der Frank gemerkt hatte, was seine Soldaten ihm da zu trinken geben wollten?

Ausgerechnet in der Pause fing es dann auch noch an zu regnen. Armin verlängerte die Pause und verhalf somit ein paar todmüden Schweden zu einem kleinen Schläfchen auf der Treppe zur Rosengasse.

Allerdings wurde der Regen bzw. die nasse Bühne zu einem Stolperstein für den 2. Dragoner Daniel, denn er legte sich mitsamt der schwedischen Fahne erst einmal beim Schwedenmarsch auf die Bühne. Gott sei Dank hatte er sich nicht ernsthaft verletzt, aber einige Frotzeleien musste er sich schon gefallen lassen.

Für die Schauspieler ergab sich sowieso ein sehr seltsames Bild nach der Pause. Unser Publikum saß in weißen Regencapes gehüllt auf seinen Stühlen. Carina meinte, dass habe ausgesehen, als hätten Kondome auf den Stühlen gesessen, während Thomas mehr für Außerirdische plädierte. Ich weiß gar nicht mehr, auf was für Ideen meine Schauspieler sonst noch gekommen waren. Außerdem hatte der Regen ja auch wieder aufgehört und das war ja schließlich das wichtigste gewesen.

Seine Probleme mit der holden Weiblichkeit hatte unser Leutnant Thomas. Am Ende des dritten Aktes sollte er mit der Kathi die Bühne verlassen. Das hatte auch all die vorhergehenden Aufführungen gut geklappt. Nicht jedoch bei der letzten Aufführung. Da spielten ihm die Kathi und der Kornett Alexander einen ziemlichen Streich, denn der Alexander war schneller und ging heftig flirtend mit der Kathi von der Bühne, worauf unser Thomas wie vom Donner gerührt auf der Bühne stand. Ein Glück das unser zweiter Leutnant Günter eingriff und den Thomas sanft auf seinen Hocker setze, denn sonst würde der Thomas vielleicht jetzt noch auf der Bühne stehen.

Die besondere Rache der Schauspieler bekam die Chefin der Maske, Marietta zu spüren. Harald und Christoph ergriffen sie nach der letzten Aufführung und schleppten sie in die Maske, wo die beiden Marietta ordentlich in die Mangel nahmen. Sie wurde geschminkt, nach aller Regel der Kunst und bekam dann noch einen Stoppelbart der sich gewaschen hatte. Der Stoppelbart war bei den Schauspielern äußerst beliebt, denn wenn man schwitze, fing er äußerst unangenehm zu jucken an und wenn ein laues Lüftchen gegen den Bart strich, kratzte es ohne Ende. Da hieß die Devise, nur nicht kratzen, denn das machte das alles nur noch schlimmer. Und wie schlimm das war, dass konnte Marietta und dann lebhaft nachfühlen.

Die wirklich allerletzte Aufführung

Nach der letzten Aufführung saßen meine nachtwachehaltenden Schweden noch sehr lange zusammen. Irgendwie machte sich eine gewisse Trauer breit. Es war eine schöne Zeit gewesen und nun sollte mit einem Mal alles vorbei sein? Den ersten Schritt hatten meine Schweden ja schon gemacht, in dem sie beschlossen weiterhin zusammen Theater zu spielen. Zu vorgerückter Morgenstunde kamen sie doch wirklich noch auf die Idee meine Geschichte noch einmal aufzuführen. Nein, nicht die ganze Geschichte, sondern nur die wichtigsten Szenen. In der Beschwörungsszene wurde ich von Alexander dargestellt, der gleich voller Angst unter die Abdeckplane der Bühne kroch, während Norma und Kerstin als Teufel, Zwerge und Nixen auf der Bühne standen und Harald wurde zum Köhler. Natürlich durfte auch der Saufchor der Schweden nicht fehlen und einige weitere Szenen aus dem Wirtshaus. Harald und Moni torkelten als betrunkene Schweden über die Bühne, während Andrea als Obrist versuchte diese Soldaten zur Räson zu bringen. Als Zuschauer saßen Marietta und Annegret dabei, denen die Tränen liefen, vor Lachen. Es wurde schon Tag, als sich meine Schweden von der Bühne verabschiedeten und sie das Schwedenkostüm für die nächste Zeit in den Schrank hängten.

Die Idee zur Gründung einer Theatergruppe

Bei den Nachtwachen schlugen sich meine sechs Schweden nicht nur die Nächte um die Ohren, nein, es verbindet sie seither eine enge Freundschaft und sie brachten eine Idee ins Rollen, denn sie beschlossen nämlich eine Theatergruppe zu gründen. Die Zeiten des Peter von Orb waren so schön gewesen und es hatte viel Spaß gemacht in einer Gruppe etwas auf die Beine zu stellen und das sollte mit der letzten Aufführung meiner Geschichte vorbei sein? Das konnte doch nicht sein. Was daher erst nur eine Idee und ein Vorhaben von sechs Freunden war, wuchs schnell zu einem festen Vorhaben, als noch Kalli, Armin und Tamara hinzukamen. Damit war dann die Arbeitsgruppe Theatergründung entstanden, die sich nun regelmäßig zu Besprechungen traf.

Gastarbeiter bei den Sodener Schlossfestspielen im „Jedermann“ und in der „Dreigroschenoper“

So irgendwie hatte einige Schweden das Theaterfieber gepackt und als dann Norma, Harald und Kerstin von Armin Leistenschneider gefragt wurden, ob sie nicht bei den Sodener Schlossfestspielen in der Dreigroschenoper mitwirken möchten, sagten die drei sofort ja. Und da hatten sie sich etwas eingebrockt. Für die drei hieß es dann auch innerhalb von fünf Wochen Rollen zu lernen, die schon größer als die Rollen im Peter von Orb waren und die auch ungleich höhere Ansprüche an die Schauspieler stellten. Einiges an Arbeit hatten sie sich aufgehalst, aber die drei schafften es.

Einige der Orber Schauspieler standen noch bei einem bzw. zwei  weiteren Regiearbeiten von Armin Leistenschneider auf der Bühne. Armin, Carina, Nadine, Alexander und Ralph-Philip standen im Jedermann auf der Bühne. Armin Leistenschneider führte hierbei nicht nur die Regie, sondern stand auch als Tod auf der Bühne. Der Jedermann von Hugo von Hofmannsthal zählt zu den am häufigsten gespielten klassischen Werken und das nicht nur wegen den berühmten Salzburger Festspielen.

In der zweiten Regiearbeit von Armin Leistenschneider standen schon wesentlich mehr Orber auf der Bühne. Dies waren Armin, Marvin, Tamara, Norma, Kalli, Alexander, Michael, Carina, Nadine, Ralf-Philip, Harald und Kerstin. Bis auf Norma, Harald und Kerstin, hieß es für die anderen schon während den Proben und den Aufführungen des Peter von Orb auch noch proben in Bad Soden. Und das war für alle ziemlich anstrengend. Wie schon im Jedermann führte Armin Leistenschneider nicht nur Regie, sondern verkörperte auch den Hauptdarsteller, Mackie Messer. Norma, Harald und Kerstin kamen erst nach Abschluss des Peter von Orb hinzu. Sie fungierten dann als Zweibesetzungen von Alexander und Tamara. Harald hatte diesmal keine Zweitbesetzung, nachdem Armin kurzerhand eine Umbesetzung vorgenommen hatte.

Anfang August 1999 gab es ein Probenwochenende in Schmitten im Taunus. Hier sollte in intensiven Proben alle noch holprigen Stellen ausgebügelt werden. Am Freitag-Abend ging es los und gleich nach der Ankunft im Pfarrgemeindeheim begannen die Proben. Der große Raum diente uns dabei nicht nur als Probenort, sondern war zugleich Schlafsaal und unser Speiseraum. Verpflegt wurden die Schauspieler von Mitgliedern der Kath. Gemeinde, die sich wirklich alle Mühe gegeben hatten. Als Gegenleistung sollte dafür am nächsten Abend in dem Saal einer Gaststätte der Jedermann aufgeführt werden. Die Proben am Abend waren sehr anstrengend, zumal die Schauspieler schon während der Woche mindestens zweimal abends Probe hatten.

Total müde krochen alle  in die Schlafsäcke, denn am nächsten Morgen, ging es mit den Proben weiter. Nachmittags hatten die Orber probenfrei und so gingen sie ins nahegelegene Schwimmbad und ruhten sich aus. Am Abend war dann die Aufführung des Jedermann. Die nicht daran beteiligten Schauspieler saßen in einem Nebenraum der Gaststätte und aßen gemütlich zu Abend, während der Rest oben die Aufführung hinter sich brachte. Ziemlich spät kamen alle wieder in der Herberge an, aber da war für meine Orber der Abend noch lange nicht beendet. Sie genehmigten sich erst noch einen späten Imbiss, während die Sodener in ihre Schlafsäcke krochen. Und da wurden meine Orber erst richtig munter. Bis tief in die Nacht sangen sie die Hitparade rauf und runter, sehr zum Unwillen der Sodener, was ich teilweise auch ganz gut verstehen kann, aber meine Orber waren eben am feiern, und da kennen meine Schweden eben kein halten. Die Nacht wurde für Norma und Kerstin noch sehr unterhaltsam, denn sie  lagen zwischen Harald und Alexander und beide waren ausgezeichnete Schnarcher.

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück gleich weiter mit den Proben, da kannte der Armin kein Erbarmen und außerdem, so eine Probe macht wirklich den müdesten Schweden wieder munter, irgendwie halt. Am späten Nachmittag ging’s dann wieder zurück nach Hause, mehr oder weniger todmüde. Harald hatte zuvor noch Andreas Motorrad repariert, dass doch partout nicht anspringen wollte. Naja, was eben ein rechter Automechaniker ist, der bringt auch ein Motorrad zum laufen.

Jetzt waren es nur noch drei Wochen bis zu den Aufführungen und die Proben liefen einfach nicht wie sie sollten. Es war wirklich zum verzweifeln. Meine Orber waren vom Peter von Orb eine andere Probendisziplin gewöhnt und sie hatten alle damit mehr oder weniger ihre Probleme. Bei allen Problemen rund um die Proben hatten sie aber auch ihren Spaß. Zum Beispiel als unser Theatermaskottchen Alf in der Probe seinen Freund Harald gegen den Armin alias Meckie Messer verteidigte und der neuen Jeans von Armin einen ordentlichen Winkelriss verpasste. Auch saßen einige Schauspieler bei einem Gewitter unter der Bühne, da es so stark regnete, dass sie die trockene Lagerhalle nicht mehr erreichen konnten. Auch unser Ex-Obrist Frank brachte uns mehr als einmal zum Lachen, wenn er mal wieder seinen Text improvisierte. Die Generalprobe war die Katastrophe schlechthin und meine Schauspieler waren ziemlich fertig, denn alle dachten, dass gibt die Blamage des Jahrhunderts. Schließlich kam die Premiere und sie lief überraschend gut. Vielleicht liegt es auch an dem Spruch „Geht die Generalprobe schief, wird die Premiere ein voller Erfolg“. Und das war die Premiere der Dreigroschenoper geworden.

Etwas erstaunlich war allerdings die Premierenfeier. Meine Orber waren gewöhnt erst mal ordentlich zu feiern, nur als sie aus der Maske kamen, war von den Sodener Schauspielern nichts mehr zu sehen. Also, was nun? Es war schon sehr spät geworden und so fiel ihnen der „Goldene Engel“ in Bad Orb ein. Also, nichts wie nach Orb. Doch dort angekommen erlebten sie eine herbe Enttäuschung, der Goldene Engel hatte geschlossen. Also, was nun? Da fiel dem Harald ein, dass ja noch ein Partyfass Bier im Keller auf seine Bestimmung wartete und so zogen die Orber eben in den Geigershallenweg 38. Teilnehmer an der Premierenfeier der besonderen Art waren: Armin, Miriam, Kalli, Alexandra, Norma, Andrea, Werner, Alexander, sowie Harald und Kerstin.

Andrea hat es im Laufe der Premierenfeier noch ziemlich böse erwisch, denn sie verbrachte einige Zeit im WC der Hausherrn und immer wenn sie dachte, sie könnt sich doch mal wieder ins Wohnzimmer wagen, musste sie fast fluchtartig wieder ins WC zurück.

Norma suchte sich gleich hingegen gleich das Badezimmer. Nachdem sie einige Zeit nicht mehr aufgetaucht war, beschloss Kerstin nach ihr zu sehen und fand sie friedlich schlafend auf dem Badezimmerteppich. Da hatte die beiden doch der badische Apfelschnaps dahingerafft. Allerdings erging es Alexander dabei nicht so schlimm, der er schlief friedlich auf der Wohnzimmercouch ein.

Diese Premierenfeier hatte es ziemlich in sich, denn als sie endlich ins Bett gingen, ging schon die Sonne wieder auf. Norma wurde aus ihrem Badezimmerdomizil ins Gästezimmer verfrachtet. Mit Alexander hatten Harald und Kerstin schon etwas mehr Mühe, denn er musste geweckt werden und dann mit viel Mühe die Treppe hinauf in Kerstins Arbeitszimmer verfrachtet werden. Beide waren nicht mehr fahrtüchtig, da sie zu sehr dem Alkohol zu gesprochen hatten und einfach nicht mehr fahren konnten, auch waren beide total übermüdet und da ist eine Fahrt mir dem Auto äußerst riskant. Stunden später saßen dann drei mehr oder weniger müde Gestalten am Frühstückstisch. Die Nummer vier, Norma, hatte einige Probleme mit ihrem Magen, so dass sie auf ihr Frühstück lieber verzichtete. Seltsam, war doch wirklich eines der Getränke schlecht gewesen................

Aufführung von „Jedermann

Abends waren dann alle wieder in Soden, denn sie wollten sich auch den Jedermann ansehen, da hier ja auch einige Orber auf der Bühne standen. Dies waren Armin Metzler als armer Mann, Alexander als Koch (wie im richtigen Leben), Carina und Nadine als Hofdamen, Ralph-Philip als Mamon (äußerst eindrucksvoll), Marvin  als armer Bub und Armin Leistenschneider als der Tod.. War auch ganz gut, man kann es eben auch nicht mit der Dreigroschenoper vergleichen. Die Geschädigten aus der Premierenfeier gingen an diesem Abend dem Alkohol ziemlich aus dem Weg. Aber, im Gegensatz zu den Sodenern saßen wir noch lange gemütlich beisammen.

Als dann die letzten Vorstellungen der beiden Stücke über die Bühne gegangen waren, tat es meinen Schauspielern schon sehr leid, trotz allem Ärger hatte es auch riesig Spaß gemacht. Bei der Abschlussfeier nach der letzten Aufführung feierten dann auch nicht nur die Orber, sondern auch einige der Sodener.

Im Dezember war dann auch die Abschlussfeier für die Dreigroschenoper und den Jedermann. Meine Orber hatten sich entschlossen, nicht mehr bei den Schlossfestspielen mitzuspielen, weil es einfach viel zu anstrengend war und damit war für sie der Ausflug in das Gastschauspielerlager beendet.

Die Arbeitsgruppe „Peter von Orb“

Wie schon gesagt, meine Schauspieler hatte schließlich das Theaterfieber gepackt. Nach einer Ruhepause von nur wenigen Wochen, trafen sie sich im August 1999 zu Besprechungen bei Armin u. Tamara, die da waren: Andrea, Werner, Norma, Kalli, Alexander sowie Harald und Kerstin. Nach kurzer Diskussion stand für sie fest, wir gründen eine Theatergruppe. Auch bei der Namensgebung hatten die Gründer keine Probleme, schnell stand der Name fest, „Theatergruppe Peter von Orb“.

Auf der Suche nach einem neuen Stück

Die Theatergruppe als solche gab es eigentlich noch gar nicht, als sich einige Schauspieler am 24. September 1999 im Kärrners trafen. Thema des Treffens war, sielen wir weiter? Als Gruppe und vor allem was? Schnell war klar, dass es eine Theatergruppe geben sollte und eine entsprechende Arbeitsgruppe wurde gegründet. Mitglieder der Arbeitsgruppe waren: Tamara, Monika, Andrea, Norma, Kerstin und Alexander. Sie waren gewissermaßen die Geburtshelfer meiner Theatergruppe und sie gaben sich sehr viel Mühe. Viele Treffen folgten bis sie dann mit dem Ergebnis am 26.November 1999 die Theatergruppe gründen konnten. Doch zunächst ging es um die Frage was im Jahr 2000 auf dem Holzhof gezeigt werden sollte. Heinrich Schweitzer stellte das Stück „Der Richter von Orb“ vor, der auf wenig Gegenliebe bei den anwesenden Schauspielern stieß. Einige andere Stücke wurden aus den Reihen der Schauspieler vorgeschlagen und eine lange Diskussion folgte. Schließlich einigten sich die Schauspieler nahezu einstimmig auf das Stück „Schinderhannes“ von Carl Zuckmayer.

Schwedenlager am Obertorturm anlässlich des „Global Walk Day“

Die Schweden wurden langsam zu einer Institution. Als am 03. Oktober 1999 der „Global Walk Day“ anstand, hielten meine Schweden zur Überraschung der Wandergruppen ein Lager am Obertorturm ab. Wie es nun schon Tradition war, ließen sie es sich trotz der kühlen Witterung ganz gut gehen. Es gab ein gutes Frühstück mit gebackenen Eiern mit Speck, wobei das Lagerfeuer erst nach heftigen Anfeuerungsversuchen von Thomas richtig brannte. Wir hatten natürlich unser Bier dabei und banden mich (Armin Leistenschneider) an einen Baum. Allerdings konnte er auch da gemütlich etwas trinken und essen. Eine Wandergruppe war von uns so begeistert, dass sie meinen Schweden ein Ständchen sang. Das hatten wir auch noch nicht gehabt. Am Nachmittag zog das Heer der Schweden, mit Norma, Monika, Andrea, Werner, Harald, Kerstin, Thomas, Ralph-Philip, Michael, Peter und Armin zur Konzerthalle, wo sie noch eine kurze Szene aus meinem Stück aufführten.

Der Abschlussabend im Vereinsheim der Sängerlust Bad Orb

Im Oktober 1999 fand dann der große Abschlussabend des Peter von Orb im großen Saal des Sängerheimes statt. Armin Leistenschneider bekam vom Organisationsteam des Peter von Orb ein gebundenes Exemplar des Textbuches des Peter von Orb. Viel Dank wurde ausgesprochen, von Seiten der Stadt durch den Bürgermeister Wolfgang Storck, dem Leiter des Organisationsteams Ludwig Huth und dem Vorsitzenden des Kulturkreises Bad Orb, Werner Johanns. Dieser Dank richtete sich insbesondere an die, deren Arbeit man nicht unbedingt sehen konnte. Die Feuerwehr, der Bauhof der Stadt Bad Orb, das Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt Bad Orb, Nähteam, und die Leiterinnen der verschiedenen Tanzgruppen des Geselligkeitsvereins Viktoria Bad Orb. Auch Armin Leistenschneider bedankte sich seinerseits für die optimalen Arbeitsbedingungen in Bad Orb, die ihm die Regiearbeit sehr erleichtert hätten. Meine vier weibliche Schweden (Monika, Norma, Andrea und Kerstin) skizzierten in einer Stammtischrunde die Begebenheiten rund um den Peter von Orb, wobei insbesondere die lustigsten Vorfälle noch einmal zur Sprache kamen.

Elsbeth zeigte einige ihrer Fotografien rund um den Peter und hatte dazu auch ein Gedicht geschrieben.

Eine besondere Überraschung hatte das Team der Maske, denn sie überreichten meinen weiblichen Schweden ihre nun schon arg ramponierten Kunstbärte. Tamara und Kerstin berichteten von den Arbeitsergebnissen der Arbeitsgruppe „Theatervereingründung“ und luden zu einem Treffen am 26. November 1999 im Sitzungssaal der Feuerwache Bad Orb ein, um dort die weiteren Schritte zur Vereinsgründung zu besprechen. Wie immer feierten die Schweden sehr ausgiebig und lange, so dass sie mal wieder aus dem Saal herausgekehrt wurden.

Der Geburtstag der Theatergruppe Peter von Orb

Es war klar es würde eine Theatergruppe geben, nur die weiteren Modalitäten gestalteten sich schwierig. Dem jungen Verein fehlte es an finanziellen Mitteln und meine Schauspieler wollten ja auch wieder auf der Bühne stehen. Von meinem Köhler Werner Johanns, seines Zeichens auch erster Vorsitzender des Kulturkreises, kam der Vorschlag, die Theatergruppe als Abteilung in den Kulturkreis  Bad Orb einzugliedern. Zwischen den Mitgliedern der Arbeitsgruppe wurde dieser Vorschlag sehr lange diskutiert und vielen weiteren Beratungen stand fest, dass die Theatergruppe als eigenständige Abteilung des Kulturkreises Bad Orb agieren wollte. Am 26. November 1999 gab es ein Treffen in denen die Gründer der Theatergruppe ihr Konzept der interessierten Öffentlichkeit vorstellten. Dabei kam es auch zu heftigen Diskussion, aber sie stellen sich heute als Geburtswehen der Theatergruppe dar. Damit wurde die Theatergruppe am 26. November 1999 offiziell gegründet und im Januar 2000 als eigenständige Abteilung in den Kulturkreis eingegliedert. Zur Leiterin der Theatergruppe wurde Tamara  gewählt, ihre Stellvertreterin wurde Kerstin. Als Geschäftsführer wurden Armin und Alexander benannt. Aus der Arbeitsgruppe „Peter von Orb“ hatte sich Elsbeth  bereiterklärt die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der Theatergruppe zu übernehmen.

Ausstellung der Bilder der Aufführungen des Peter von Orb

Im Dezember fand dann die Ausstellungseröffnung der Bilder von Elsbeth Ziegler über die Aufführungen des Peter von Orb statt. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung sprachen der Bürgermeister und der Vorsitzende des Kulturkreises einige Worte und bedankten sich bei Elsbeth Ziegler, dass ihre Arbeit diese Ausstellung erst möglich gemacht hatte. Helga Metzler erzählte auf Orber Mundart die Sage des Peter von Orb. Sehr viele Schauspieler hatten sich versammelt und gemeinsam mit den Besuchern der Eröffnung wurden die Erinnerungen an den Peter wieder wach.

Das Jahr 2000

Fototermin für den „Schinderhannes“

Die ersten Photos für den Flyer wurden schon im Januar 2000 gemacht. Zu diesem Zweck jagte Elsbeth meine Schauspieler quer durch Bad Orb. Zuerst ging es in den Obertorturm. Da gibt es nämlich noch schön restaurierte Zellen mit einem kleinen schon sehr alten Ofen. (Das gab es zu meiner Zeit aber nicht) Bitterkalt war es in dem Gemäuer und Leichen pflasterten den Weg meiner Schauspieler. Nein, keine menschlichen Leichen, sondern Tausende toter Fliegen. War auf eine Art auch ganz gruselig. Zum Aufwärmen ging es in die Sudpfanne, wo die Bande des Schinderhannes eine ordentliche Wirtshausszene hinlegte. Das waren sie ja noch aus den Zeiten des „Peter von Orb“ gewöhnt. Weiter ging’s ins Orber Nervenwäldchen. Da musste der Ralph-Philip als reicher Reisender dran glauben. Und Margret (Nadine) und Iltis Jacob (Harald) haben dann noch heftig miteinander geflirtet. So zum Einstimmen eben. Inzwischen haben dann alle wieder ziemlich gefroren und es ging zur nächsten Aufwärmstation im Goldenen Engel. Die bestbesuchtste Einrichtung war, ....., nein nicht das WC, sondern der Kachelofen an dem sich die Schauspieler richtig schön aufwärmen konnten. Danach ging es weiter zur letzten Station unserer Fototour, dem Haselweiher. Dort wurde es unserem Julchen-Norma doch etwas unheimlich. So mit Baby auf dem Arm und neben sich der reißende Fluss. Da half es auch nicht, dass unser Schinderhannes Detlef sein Julchen jederzeit gerettet hätte. Eine etwas ungemütliche Begegnung mit der Tücke der Natur hatte der Werner. Er wollte unbedingt eine Abkürzung zu einem Waldweg nehmen und stand dann knietief mitten im Morast. „Was en Scheiß“ war dazu sein Kommentar, über den die anderen Schauspieler lachen mussten. Wie war das, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Seltsam, dass meine Elsbeth, da nicht auf den Auslöser ihrer Kamera gedrückt hat, das wäre ein Bild geworden. Schließlich begegneten wir noch unserm Stadtoberhaupt Wolfgang Storck, der mit seinem Hund einen Waldspaziergang machte und nicht schlecht staunte, als er sich der Schinderhannesbande gegenüber sah.

Die Theatergruppe wird eine eigenständige Abteilung des Kulturkreises Bad Orb

Im Januar wurde schließlich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Kulturkreises bestätigt, was im November seinen Anfang genommen hatte. Die Eingliederung der Theatergruppe Peter von Orb in den Kulturkreis Bad Orb. Die kom. Abteilungsleitung bestehend aus Tamara und Kerstin wurde ebenso bestätigt, wie die beiden Geschäftsführer Armin und Alexander. Alexander trat jedoch später aus privaten Gründen von seinem Amt zurück. Da sich für ihn kein Nachfolger fand, führte von da an Armin die Geschäfte allein.

Fremdensitzung 2000

Zum erstenmal nahm die Theatergruppe an den beiden Fremdensitzungen des Geselligkeitsvereins Viktoria teil. Tamara hatte den Sketch „Ein Münchner im Himmel“ zu „Ein Orber im Himmel“ werden lassen und das natürlich mit einigen Seitenhieben auf die Begebenheiten in Bad Orb. Als Orber im Himmel agierte Heiner, Petrus wurde von Werner Johanns gespielt, während Hawe in die Rolle des lieben Gott schlüpfte. Auch eine Heerschar von Engeln (oder vielleicht eher Bengeln) gab es und das waren Monika, Andrea, Nadine, Tamara, Thomas, Norma, Marvin, Tobias und Kerstin. Und auch eine höchst irdische Bedienung gab es und die spielte Ulrike. Beinahe hätte ich noch den Armin vergessen, der als Erzähler das ganze noch umrahmte. Meine Schauspieler waren von ihrem Erfolg überrascht, auch wenn der Reporter einer Zeitung ihre Späße falsch verstand und sie schließlich noch einen Widerruf in eben dieser Zeitung veröffentlichen mussten. Jedenfalls hatten wir uns unseren ersten Fasnachtsorden redlich verdient.

Rosenmontag 2000

Am 06. März 2000 fand die Premiere der „Schwedenfassnacht“ statt. Treffpunkt war um 13.00 Uhr das Schwedenhauptquartier in der Leopold-Koch-Str. 12, bei Armin und Tamara. Armin hatte einen Text geschrieben, wobei er in seiner Rolle als Peter von Orb agierte, während Armin L. die Rolle des „Joachim Freiherr von Feldern“ übernahm. Das schwedische Heer bestand aus: Andrea, Thomas u. Werner Schweitzer, Monika, Dennis, Armin, Marvin, Armin Leistenschneider, Werner Johanns, Daniel, Hawe, Norma, Peter, Matthias, Thomas, Alexander, Gunter, Harald und Kerstin.

Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir unseren Überfall am Gebäude der Polizei und marschierten zu den Klängen des Schwedenmarsches aus meinem Stück über den Salinenplatz. Dort nahmen sie Aufstellung unter den Fenstern des Rathauses.

Mein Schwedenheer wurde schon erwartet von dem Bürgermeister Wolfgang Storck und dem 1. Stadtrat Klaus Sieverding, die sich mit einer Mohrenkopfwurfmaschine heftig zur Wehr setzten. Mit Unterstützung der Konfettikanone des Wächtersbacher Karneval Vereins stürmten Andrea und Kerstin das Rathaus und verhafteten die Stadtoberhäupter.

Anschließend wurden sie vom schwedischen Heer zum Bimmelbähnchen der Viktoria gebracht und in die „Obhut“ der Viktorianer (Geselligkeitsverein Viktoria) übergeben. Anschließend begann der Rosenmontagszug.

Beginn und Ende des Rosenmontagszuges ist der Salinenplatz und da hatten wir auch einen Getränkestand aufgebaut, der rege genutzt wurde. Standdienst machten Tamara, Armin Leistenschneider, Miriam und Werner Johanns. Dabei wurden auch gleich die Flyer für die Aufführung im Jahr 2000 den „Schinderhannes“ erstmals unter die Leute gebracht und den einen oder anderen Schauspieler (in) für meine Theatergruppe interessiert. Da wir ein herrliches Wetter hatten, leerte sich erst gegen 17.30 Uhr der Salinenplatz, nachdem es empfindlich kalt wurde. Die Schweden feierten natürlich weiter in der Sudpfanne. Und da gab es auch kurioses zu berichten. Einer Schwedin wurde es aufgrund zu vielem Alkohols fürchterlich schlecht, für sie war dann der Rosenmontag beendet. Ein Schwede schlief friedlich in einer gemütlichen Ecke der Sudpfanne ein, derweil um ihn herum der Bär tanzte und ein weiterer Schwede übte sich in dem besonderen Wettkampf, der da heißt „Pokalweitwurf“. Alles andere erzähle ich lieber nicht.

Die Proben für den „Schinderhannes

In diesem Jahr fingen meine Schauspieler schon früh an mit den Proben. Zuerst ging es nur um Leseproben und um Sprachübungen, die meinen Schauspieler nicht selten zu ziemlichen Lachanfällen verhalfen. Es ist gar nicht so einfach mit einem Korkstopfen zwischen den Zähnen deutlich zu sprechen. Fortgeschrittene benutzten dazu dann einen Sektkorken. Der absolute Champion in dieser Disziplin ist Norma und sie hat ihr Championart noch weiter ausgebaut.

Bei den ersten Proben saßen meine Schauspieler auch immer oft mit dem Kugelschreiber da und machten sich Notizen, denn nicht selten wurden Texte umgestellt, oder sich auch Notizen über Regieanweisungen und Bewegungsabläufe gemacht.

Vor allem die Sache mit den Probenräumen ließen den Armin M. doch immer wieder verzweifeln. Da außer uns auch die Viktoria und verschiedene andere Vereine den Probenraum nutzten, mussten meine Schauspieler immer wieder „auswandern“. Oft hieß ihr Ziel das Sportlerheim des FSV Bad Orb. An einem ziemlich verregneten Samstag morgen wanderten meine Schauspieler mal wieder ins Sportlerheim aus. Als sie dort ankamen, hatten sie nur ein Problem. Keiner der Schlüssel die Armin bekommen hatte, passte und nun standen ungefähr 20 Leute im strömenden Regen vor verschlossenen Türen und kalt war es außerdem auch noch. Schließlich kam dann noch Armins Bruder und schloss den inzwischen schon ziemlich nassen Schauspielern die Tür auf, sonst wäre es mit der Probe nichts geworden.

Das war nicht das einzige Erlebnis in den Sportlerheimproben. An einem Samstag machte unser Regisseur Armin, auch mal seinem Ärger über die mögliche Begriffsstutzigkeit von Blondinen Luft. Nadine betonte immer einen Satz falsch und immer wieder ließ Armin sie diesen Satz sagen. Schließlich meinte die Nadine „jetzt sage ich gar nichts mehr“. Aber Armin ließ nicht locker und schließlich klappte es mit dem Satz so, wie es der Armin hatte haben wollen. Das freute ihn so sehr, dass er doch tatsächlich ein kleines Lied aus „My fair Lady“ zu singen begann. „Ich glaub jetzt hat sie’s“.

Auch die Szene am Forellenteich musste viele Male geprobt werden, doch das dem Spaß an den Proben bei meinen Schauspielern überhaupt keinen Abbruch.

 Wirklich schlimm sind ja Proben am Samstag morgen. Zum einen, weil man eigentlich ausschlafen könnte und zum anderen, weil ja am Abend vorher auch schon Proben waren und die Schauspieler samt unserem Regieteam danach, wie immer im Kärrners gelandet waren und bei den ehemaligen Schweden wurde es dann immer recht spät. Jedenfalls half an einem solchem Samstag morgen nichts anderes mehr, als ein ziemlich starker Kaffee. Aus diesem Grund traf  man die Kerstin eher in der Küche beim Kaffeekochen an, denn als bei den Proben und so bekam sie natürlich auch ihre Einsätze nicht immer gleich mit. Und oft hieß es dann „ wo ist denn der Seibert? In der Küche beim Kaffeekochen“.

An einem Freitag Abend probten meine Schauspieler ein einziges Mal im Alfons Lins Haus. Und da das Proben ja auch durstig macht, schleppte der Alexander die Getränke, die eigentlich für den Probenraum im Haus der Vereine gedacht war, mit ins Alfons Lins Haus. Service nennt man das.

In einer Szene sollte der Räuber Seibert, dem Metzger hinterher rennen und dabei einen Tisch umwerfen. Armin fand das besser, dass würde dann dramaturgisch besser passen. Eine ganze Weile hat dann der Seibert auch den Tisch brav mit umgeworfen, nur der Tisch hatte die rohe Behandlung ziemlich übel genommen und brach schließlich entzwei. Zwar konnte der Werner Schweitzer den Tisch wieder leimen, aber das war dann auch dem Armin zu gefährlich geworden und so blieb dem Seibert das Tischwerfen schließlich erspart.

Wirklich bewundert haben die Schauspieler während der Probenzeit die Anwohner des Haus der Vereine. Als es langsam wärmer wurde, ließen sie natürlich auch die Fenster offen und der Lärm, den sie immer machen mussten, war nicht zu überhören. Vor allem Detlefs Himmelhund – Rufe, ließen sie schon so manches Mal die Ohren zu halten. Und in dem Raum hallte das ganze auch noch so schön. Wie mag es da erst den Anwohnern gegangen sein, die diese Geräuschkulisse auch noch bis spät in die Nacht ertragen mussten? Entschuldigung, aber selbst bei den Proben sitzt man eben bei uns in der ersten Reihe.

Die Räuberbande musste natürlich auch mit diversen Waffen üben. Nur in den Proben, was nimmt man denn da? Hier war der Einfallsreichtum der Schauspieler gefragt. Unsere Probewaffen waren ein Kugelschreiber, eine kleine Kehrschaufel, ein Handfeger und ein Besen. Das hat oft wirklich sehr komisch ausgesehen, wenn zu Beispiel ein Gendarm mit einem Handfeger bedroht wird.

Ganz schlimm hatte es ja den Hawe erwischt, er spielte im Schinderhannes gleich zwei Rollen, die Rolle des Benedum und die Rolle des Achatschleifers. Beide Rollen waren nicht gerade klein und je näher die Premiere rückte, desto nervöser wurde der Hawe. Er litt zeitweise unter Bewusstseinstörungen.“ Spiele ich nun den Benedum, oder bin der Achatschleifer, aber wer bin ich eigentlich wirklich?“ So stelle er sich oft seine Frage.

Seine Doppelbesetzung als Benedum, Alexander, trieb ihn auch so manches Mal zu Verzweiflung, denn beruflich bedingt konnte Alexander nicht immer an den Proben teilnehmen und musste Hawe immer wieder fragen, was sich in den einzelnen Szenen geändert hatte. Schließlich und endlich haben meine beiden Benedums das doch ganz gut hinbekommen. Trotz aller Pleiten, Pech und Pannen, aber davon werde ich noch erzählen.

Die Proben auf dem Holzhof fanden ab ca. Ende Mai statt. Da meine Schauspieler den ganzen Tag probten, gingen sie in der Mittagspause oft eine Pizza essen, oder der nahegelegene Döner Imbiss steigerte seinen Umsatz. Auch Zaungäste gab es genügend, die sich die Proben auf dem Holzhof nicht entgehen lassen wollten.

Wie in jedem Jahr war auch eine Probe in der Konzerthalle angesetzt. Man weiß ja schließlich nie, ob das Wetter auch mitspielt. Diese Probe fand während der Woche statt und der Räuber Seibert (Kerstin) schaffte es gerade so pünktlich zur Probe zu erscheinen. Auf der Bühne sah es dann doch etwas seltsam aus, so ein Räuber im Sommerkleid.....

Der Tag der Generalprobe hatte auch so seine Tücken. Zunächst einmal stürzte der reiche Bauer (Nicole) einige Male von der Bühne und dann rief sie noch einen wahren Wutanfall bei unserer Chefin der Maske, Marietta, hervor da sie sich eine lila Strähne in ihre Haare gefärbt hatte, das ist auf der Bühne eben nicht erlaubt.

Auch der Heiner hatte so seine Probleme mit der Bühne, denn er brach durch die Bühnenaufgangsrampe durch. Das Brett war wohl etwas zu dünn, aber Gott sei Dank hatte er sich nicht verletzt.

Festzug und Räuberlager zum 100-jährigen Bestehens des Orber Kurparks

Im Jahr 2000 wurde unser Kurpark 100 Jahre alt und dieses Jubiläum sollte natürlich auch gefeiert werden. Die Theatergruppe wurde zu diesem Zweck zu armen Orbern umfunktioniert. Und sie durften im Kurpark ein echtes Räuberlager abhalten. Das gab es vorher noch nie, dass auf dem Rasen des Kurparks ein Feuer gemacht wurde.

Am Morgen waren einige schon bei Marietta zum Schminken. Kerstin wurde dabei zum Versuchskaninchen. Denn Annegret probierte ein neues Haarspray aus. Als sie zu den anderen auf dem Lagerplatz ankam, staunten einige gar sehr und Thomas hatte auch gleich einen passenden Namen für Kerstin „Pumuckel“. Thomas hatte an diesem Tag, dass Lagerfeuer entzündet, auf dem wir dann später auch unser Grillgut garten und von den Pfadfindern hatten wir ein Zelt geliehen bekommen, da es an diesem Tag ziemlich nach Regen aussah. Das Grillfleisch hatte der Alexander mitgebracht, der leider nicht bei dem Lager mitmachen konnte, da er arbeiten musste.

Ehrensache, dass die Theatergruppe auch am Festzug teilnahm, der vom Bahnhof, über die Hauptstraße zum Kurpark führte. Meine Schauspieler waren nicht nur dazu da, um dem Räuberleben zu frönen, sondern sie sollten auch eine Attraktion für die Kinder darstellen. Mit den Kids haben sie dann auch Stockbrot gebacken und noch viele Spiele gemacht, besonders Peter bewies darin eine Engelsgeduld. Am Feuer stand der Harald seinen Räuber, denn die Kinder konnten nicht nahe genug an das Feuer kommen und das ist nun einmal nicht ganz ungefährlich. Gegen 18.00 Uhr leerte sich der Kurpark und die Räuber konnten nun wirklich zum gemütlichen Teil übergehen. Auch die Reihen der Räuber hatten sich bereits gelichtet, aber der harte Kern, saß wie immer zusammen. Zuerst einmal wurde gemütlich gegessen und getrunken und dabei mussten die Schauspieler noch entdecken, dass wirklich keiner von uns an Teller gedacht hatte, mit der Folge, dass der Salat zum Teil mit den Fingern aus der Schüssel gegessen wurde. Echt authentisch eben. Die Räuber sangen und tanzten um das Feuer und machten schließlich noch einen Anti-Regen-Tanz der aber weder am Abend, noch an den Aufführungsabenden helfen sollte. Aber davon erzähle ich später noch. Gerade war das Aufräumen beendet, als der Himmel seine Schleusen öffnete und es heftig zu regnen begann. Harald und Werner brachten die geliehenen Strohballen zurück und der Rest schob den hochbeladenen Leiterwagen mit den Utensilien in die Garage von Armin u. Tamara.

Festzug zum Brunnenfest

Auch am Brunnenfest war natürlich die Theatergruppe wieder vertreten. Die Hauptdarsteller Monika Beck, Norma Herold und Detlef Angelstein waren ebenso vertreten, wie annähernd die komplette Räuberbande. An diesem Tag war es sehr warm und das sollte für uns der Vorgeschmack auf unsere Sonntags-Nachmittags-Vorstellung sein, die wir bei ähnlichen Temperaturen über die Bühne bringen mussten, doch davon später. Nach dem Festzug gönnten wir uns erst einmal ein gemütliches Bier und wie das bei den ehemaligen Schweden eben so Brauch war, saßen wir noch eine ganze Weile zusammen. Nach einem Besuch in der heimatlichen Dusche, trafen wir uns abends wieder um gemeinsam das Orber Brunnenfest zu feiern.

Die Aufführungen des „Schinderhannes“

Die Premiere des Schinderhannes war wirklich etwas ganz besonderes. Die älteste Schauspielerin der Theatergruppe, Bruni Klein, spielte das Gottverdibbelche. In einer Szene sollte sie einen Eimer Wasser ausleeren. Entgegen der Proben in denen der Eimer nicht sehr voll gefüllt war, war in der Premiere einiges mehr an Wasser darin und als sie eben diesen Eimer mit Schwung ausleerte, duschte sie nicht nur unser Stadtoberhaupt, Wolfgang Storck, sondern auch gleich die Gattin unseres Landrates Eyerkaufer. Naja, passiert eben. Bei den Holzhofspielen sitzen sie immer in der ersten Reihe.

Probleme hatten die Räuber im zweiten Akt, als der Froschtöter partout nicht auftauchte. Mein lieber Mann, war das ein Durcheinander. Der Seibert fing mit dem ganzen Durcheinander an, damit kam auch der Benedum, Alexander, aus seiner Rolle und dann mussten die beiden improvisieren. Haben sie auch einigermaßen hingekriegt, aber das ganze hatte Folgen, von denen ich später noch erzählen werde.

Damit waren jedoch die kleinen Pannen der Premiere nicht behoben, denn auch der Schmied Schauwecker (Werner Schweitzer), hatte so seine Textprobleme. Er hatte im dritten Akt einen totalen Texthänger und zwar so sehr, dass er sich schließlich zu Publikum drehte und im breitesten Orber Dialekt sagte. “Oh, Jesses jetzt is moier Text fort, aber des is halt live“. Und damit hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Alles in allem hatten wir eine gelungene Premiere und als dann beim Abschluss, die dritte Strophe des Liedes „Die Gedanken sind frei“ sangen, standen dem einen oder anderen Schauspieler doch ein wenig die Tränen in den Augen, denn nun war die ganze Anspannung weg. Anschließend wurde natürlich ordentlich gefeiert, auch wenn es inzwischen empfindlich kalt geworden war.

Von dem Problem Froschtöter hatte ich ja schon erzählt. Also, nachdem die Räuber bei der Premiere so fürchterlich baden gegangen waren, beschlossen sie noch in der Nacht eine Sonderprobe einzulegen. Am Mittwoch-Abend um 19.30 Uhr ging es los. Und bei dieser Probe probten sie wirklich sämtliche Varianten durch, die da waren, Froschtöter kommt, Froschtöter kommt später, Froschtöter kommt gar nicht. Uns Schauspielern machten die Sonderproben sehr viel Spaß. Vor allem änderten sie natürlich auch die entsprechenden Texte. Miriam hätte ihre helle Freude an dem Improvisations-Ideenreichtum der Räuberbande gehabt.

Auch der Bauer Raab (Günther) hatte so seinen Spaß mit dem Bauer Rotkopp (Christiana), denn der hatte von Vorstellung zu Vorstellung mehr Spaß daran den armen Bauern Raab vor Zorn zu würgen. Allzu fest konnte Christiana eh nicht zudrücken, denn Günter wurde ja noch als Langhaariger gebraucht.

Harald spielte im Schinderhannes gleich drei Rollen. Einmal als Iltis Jakob, der vom Schinderhannes ordentlich verprügelt wurde, als Soldat der etwas tapsig, den Korporal Mauschka zur Verzweiflung brachte und schließlich als Henker, der die Schinderhannes-Bande um einen Kopf kürzen sollte. Wobei ihm die Rolle als Iltis Jakob bestimmt am meisten Spaß machte, so mit Margret am Forellenwehr........

Bei der Sonntagsnachmittagsvorstellung kamen die Schauspieler ziemlich ins Schwitzen und das lag einfach nur daran, dass es ziemlich warm geworden war. Abends konnte man ja die dicken Räubersachen gut vertragen, aber in der prallen Sonne des Holzhofes, war jedes Kleidungsstück zuviel. Soviel konnten wir gar nicht trinken, wie wir schwitzten und damit war der Getränkestand im kleinen Vorraum des Amtmannshauses sehr belagert, zumal der Raum auch herrlich kühl war.

Am Ende des Stückes ließen Max Lindenmayer und Theresa Angelstein noch Tauben fliegen, die in einem Transportkorb saßen. Während des Stückes hatte sich der Max fürchterliche Sorgen um die Tauben gemacht. Ob sie denn nicht verdursten würden, ob sie vielleicht Hunger hätten und wie finden die Tauben eigentlich wieder nach Hause? Das waren Fragen die den Max ziemlich beschäftigten.

Julchen-Monika und Schinderhannes-Armin brachten die Räuber auch ganz schön ins schwitzen, denn sie kamen zu ihrem Auftritt zu spät.

Sie ratschten und ratschten und hatten wohl die Welt um sich herum total vergessen. Und wieder mussten die Räuber improvisieren und zwar so, dass unser Publikum natürlich nichts davon merkte. Schließlich hatte der Benedum – Alexander genug und er streckte den Kopf durch die Kulisse und meinte ob sie denn nicht mal zu ihrem Auftritt kommen wollten. Diesen Streich spielten uns die Beiden auch noch an der letzten Vorstellung. Diesmal erinnerte Benzel-Matthias die beiden musikalisch an ihren Auftritt.

Probleme mit seinem Auftritt hatte auch der Räuber Petronellenmichel, Ulrike, denn sie bekam von der Regie per Ampel kein „grün“. Und wir warteten und warteten..... Auch hier ging der Alexander zur Tür und holte den „Petronellenmichel herein, halt eben ohne „grün“.und mit Verspätung. Da hatte doch der Armin glatt den grünen Knopf vergessen.

Sehr unter den Räubern zu leiden hatte auch der reiche Bauer Thomas Acker. Als ihm die Räuber seiner Stiefel beraubten stürzte er so unglücklich, dass er sich seine Schulter prellte und das ist ja eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Aber Gott sei Dank waren seine Verletzungen nicht noch schlimmer.

Schließlich wurde während der Spielzeit das Wetter so schlecht, dass wir in die Konzerthalle umziehen mussten. Obwohl es vorerst nicht regnete, war es empfindlich kalt geworden und da konnten wir unserem Publikum ein Zusehen im Holzhof nicht mehr zumuten. Als die Entscheidung gefallen war, hieß es erst einmal einpacken und zwar alles, von der Ausrüstung der Arbeiterwohlfahrt bis zu den Requisiten und Kulissen. Und das war eine schöne Plackerei. Einzig die Maske blieb im Haus der Vereine, was zu einem regen Pendelverkehr zwischen Holzhof und Konzerthalle führte. Und schließlich kam der Armin noch auf die Idee, ob wir nicht ein wenig Werbung in Bad Orb machen würden für die Aufführung am Abend, denn in die Konzerthalle passen immerhin 890 Personen. Also liefen dann ein Julchen (Norma), der Räuber roter Fink (Andrea) und der Räuber Seibert (Kerstin) brav die Stadt hinauf und hinunter. Immerhin wurden wir die Flyer auch los und einige sind dann wohl auch wirklich in die Konzerthalle gekommen. Und damit hatte sich unser Laufeinsatz schon gelohnt. Als wir uns dann für unseren Auftritt versammelten, fing es an in Strömen zu regnen und wir waren wirklich froh, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Übrigens fanden dann die letzten beiden Aufführungen alle in der Konzerthalle statt und was dies dann noch für einen Vorteil hatte werde ich dann noch an anderer Stelle erzählen.

Etwas ganz spezielles passierte ja dem Matthias, dem Benzel, er stand unten in den Katakomben der Konzerthalle und zog sich in aller Ruhe um, als sein Blick auf den Fernseher fiel, mit dem die spielfreien Schauspieler, das Geschehen auf der Bühne mit verfolgen konnten. Und was er da sah, rief helles Entsetzen bei ihm vor, denn er hätte in diesem Moment in einem ganz anderen Kostüm als er es jetzt trug auf der Bühne sein müssen. Schade, dass in diesem Moment keiner mit einem Photoaperrat in der Nähe war, dass hätte ein Bild gegeben. Aber wir Räuber auf der Bühne kamen durch den Benzel ganz schön ins schwitzen. Besonders der Alexander hatte zu leiden, denn er sollte eigentlich auf den Benzel losgehen, doch da war niemand. Und so stand der Alexander ziemlich verdutzt auf der Bühne. Zughetto Kalli redete schließlich die Situation in dem er dem Alexander einen ziemlichen Schlag versetzte, so dass er stolperte und das hatte dann das Resultat, dass auch unsere preußischen Soldaten wieder zu ihrem Text fanden.

So als Räuber hat man es ja schwer, zumindest auf der Bühne. Bei der Szene des fehlenden Benzel, sollten die Räuber Benedum, Zughetto und Seibert von den preußischen Soldaten (Männerriege des Turnvereins) gefesselt auf die Bühne geführt werden. Die Räuber waren pünktlich zum Auftritt da, nur die Turner eben nicht. Und was jetzt? Zughetto Kalli hatte die rettende Idee. Die Räuber tun so, als seien sie verhaftet worden mit übereinandergelegten Handgelenken und stolpern auf die Bühne, als hätten sie einen Stoß von hinten bekommen. Das hat auch prima geklappt und ich glaube kaum, dass das Publikum diese Manöver durchschaut hat. Aber wo waren die Turner abgeblieben? Tja, die hatten ihren Auftritt ziemlich verpennt, sie waren an der Bar bei einem gemütlichen Bierchen hängen geblieben.

Die letzte Aufführung des „Schinderhannes“

Traditionsgemäß wird die letzte Aufführung immer für allerlei Schabernack unter den Schauspielern genutzt. Und zwar solcher Schabernack, der für das Publikum nicht allzu offensichtlich ist. Bei der letzten Aufführung des Schinderhannes trieben die Schauspieler ganz besonders bunt. Nachdem es in der Wirtshausszene von der Wirtin Reinhilde nur Wasser als Schnaps gegeben hatte, musste bei der letzten Aufführung ein gutes Obstwässerchen dran glauben. Schnaps auf der Bühne. Unser zweiter Achatschleifer Ralph-Phillip dachte es wäre auch diesmal Wasser und kippte sein Wasser mit einem Mal nach unten. Denkste, es war Schnaps und der gute Ralph schnappte ganz schön nach Luft.

 Aber auch der Gerbermeister Fritz kam nicht ungeschoren davon. Als er nämlich seinen Sack mit den vermeintlichen Lederstücken öffnete, fanden sich darunter schicke Dessous. Wesentlich ärgerlich wurde der Korporal Mauschka, Arno Kowalski, als so ein aufsässiger Rekrut(Ralph-Phillip) einfach nicht sein Lied im Brunnen singen wollte. Ja wo käme denn die preußische Armee hin, wenn jeder machen würde, was er wollte. Aber auch der Hannes-Armin staunte nicht schlecht, als er seinen Steckbrief betrachtete und da seine Doppelbesetzung Detlef ihn entgegen sah, so unbeweglich wie eben ein Bild sein sollte. Gut gell?

Natürlich haben die Schauspieler auch nach jeder Aufführung ordentlich gefeiert. Dies um so mehr, als wir dann nur noch in der Konzerthalle spielten und wir damit schön im warmen und trockenen saßen. Da wurde gesungen und getanzt, was das Zeug hielt und so manches Talent wurde entdeckt. So zum Beispiel Uli als Blues-Sänger und Werner als hervorragender Sambatänzer. Kannste echt was lernen. Weiterhin mussten auch die Musikinstrumente des Kurorchesters dran glauben, denn der Ralph-Philip schleppte Becken und große Trommeln herbei und dann hielt natürlich unseren Armin nichts mehr. Wir erfanden den Schauspieler-Blues, bei dem sämtliche Pleiten, Pech und Pannen während den Aufführungen zur Sprache kamen. Und wie jedes Jahr gab es auch eine allerletzte Privatvorstellung, bei der keiner der Schauspieler seine ursprüngliche Rolle spielte. Ralph-Philip hatte hierbei seinen besonderen Auftritt, denn er kletterte urplötzlich aus dem Souffleurkasten, den vorher keiner bemerkt hatte.

Auf der Suche nach einem Stück für 2001

Was spielen wir nach dem Schinderhannes? Das war die Frage, der sich der künstlerische Ausschuss bestehend aus: Monika Beck, Norma Herold, Tamara Metzler, Ulrike Rieger, Andrea Schweitzer, Hildegard Sperzel und Kerstin Zischka stellen mussten. Relativ schnell kamen wir zur Entscheidung uns nun an einen Klassiker zu wagen und zwar sollte das Stück „Götz von Berlichingen“ von Johann Wolfgang von Goethe auf die Bühne des Holzhofes gebracht werden. Armin und Miriam schrieben das Stück um und wir Schauspieler hatten uns ein hartes Stück Arbeit aufgeladen, doch davon später.

Abschlussabend für den „Schinderhannes“ im Vereinsheim der Sängerlust

Wie schon im letzten Jahr, gab es auch für den Schinderhannes einen Abschlussabend. Diesmal fand er im kleinen Saal des Sängerheimes statt. Elsbeth hatte Bilder von den Aufführungen vergrößern lassen und aufgehängt. Werner und Mathias hielten eine kurze und eine lange Rede. Und dann gab es noch einen Stammtisch, der die lustigsten Begebenheiten aus der Schinderhannes Zeit in Erinnerung brachte. Außerdem wurde das nächste Stück „Götz von Berlichingen“ vorgestellt und Armin, wie immer im Dienst, rekrutierte schon die ersten Schauspieler für eine Rolle. Detlef und Günther zeigten noch Photos, welche sie vor und hinter den Kulissen des Schinderhannes gemacht hatten. Und wie immer wurden die Schweden als letzte aus dem Saal gekehrt. Für sie was aber der Abend noch lange nicht zu Ende, denn im Wohnzimmer der Familie Schweitzer wurde kräftig weitergefeiert.

Fototermin für „Götz von Berlichingen“

In diesem Jahr schleppte uns unsere Hausfotografin Elsbeth auf die Ronneburg, um für Flyer, Plakate und Götz-Blättche authentische Bilder zu schießen. Wir trafen uns am Sonntag Nachmittag und los ging’s bei herrlichem aber auch ziemlich kaltem Wetter mit mehreren Autos Richtung Ronneburg. Der größte Teil der Fotos wurde im Rittersaal aufgenommen, während die Außenaufnahmen ziemlich schnell über die Bühne gingen, weil unsere Herren Ritter in ihren Kettenhemden ganz erbärmlich froren. Wir Burgdamen hatten es da schon ein wenig besser, denn in den langen Kleidern, war die Kälte wenigstens nicht gar so schlimm.

Peter hatte seinen Hund mitgebracht und auch er wurde gleich mit in die Photos mit einbezogen. Richtig brav war er. Auf der Ronneburg jedenfalls, waren wir an diesem Tag der Renner, denn wir wurden nicht nur von Elsbeth auf Zelluloid gebannt, sondern auch von vielen Besuchern der Ronneburg. Aber damit war unser Fototermin noch lange nicht beendet, denn anschließend fuhren wir in den Vogelsberg. Dort steht in einem Stall Miriam’s Pferd Goliath und auch er spielte eine wichtige Rolle bei den Bildern. Denn, was ist schon ein Ritter ohne Pferd. Als es dann Abend wurde, hatten wir einen sehr schönen Sonnenuntergang, der natürlich auch gleich mit einbezogen wurde und es wurde immer kälter, so dass wir dann alle sehr froh waren, als wir in voller Montur im Kärrners noch zusammen saßen.

Das Jahr 2001

Ausstellung mit Bildern von den Aufführungen von „Schinderhannes“

Wie schon im letzten Jahr für den Peter, gab es auch für den Schinderhannes eine Photoausstellung. Sie fand ebenfalls im Haus des Gastes statt. Bereits am Samstag-Nachmittag hatte Elsbeth mit der Assistenz von Ralf-Philip, Harald und Kerstin ca. 120 großformatiger Photos auf die Stellwände geklebt. Am Morgen der Ausstellungseröffnung rief Frau Mack bei Elsbeth an, dass so ziemlich alle Photos in der Nacht ihren angestammten Platz verlassen hätten und nun wild durcheinander auf dem Boden lägen. Die ganze Arbeit war fast umsonst gewesen. Glücklicherweise, war der Ralph-Philip zu Hause und so konnte der Schaden schnell wieder behoben werden.

Die Ausstellungseröffnung wurde ein voller Erfolg. Werner Johanns bedankte sich bei Elsbeth Ziegler ebenso wie Bürgermeister Wolfgang Storck, für die wunderschönen Erinnerungen an die 2. Orber Holzhoffestspiele. Irmgard Mack erzählte auf äußerst unterhaltsame Weise aus dem Leben des Johann Bückler, genannt Schinderhannes. Danach hatten dann die Schauspieler und die Besucher Zeit anhand der Photos in Erinnerungen an die Aufführungen zu schwelgen.

Fremdensitzung 2001

Auch in diesem Jahr nahmen wir an den beiden Fremdensitzungen teil. Diesmal hatten wir uns einen Text von Edwin Noll vorgenommen und spielten eine Orber Gerichtsverhandlung und, wie im letzten Jahr, mit einigen Seitenhieben auf die Orber Stadtpolitik. Da wurde unser Stadtoberhaupt angeklagt, sein Hund habe auf der Eisbahn etwas fallen lassen, was einen Unfall hervorrief, der nun der Anlass der Klage war. Als Richter fungierte Armin Metzler, die Gerichtsschreiberin wurde von Nadine Wolf dargestellt. Auch einen Lügendetektor hatten wir auf der Bühne und dieser wurde von Monika Beck gespielt. Unser Lügendetektor wurde mit einem Plastikhammer ordentlich traktiert, was das Publikum zu einigen Lachern veranlasste. Als Gerichtsdiener fungierte Dennis Beck, während der Staatsanwalt von Heinz-Werner Rühle gespielt wurde. Diese Rolle fiel ihm nicht sehr leicht, denn er musste einen Homosexuellen darstellen und das schaffte ihn ganz schön. Eine Putzfrau hatten wir auch, dass war Andrea Schweitzer und der eigentliche Angeklagte, der Hund Benny, seines Zeichens Bernhardiner spielte Werner Schweitzer. Als Rechtsanwalt war Thomas Wallich in Aktion und unser Bürgermeister war Norma Herold, die eine wirklich verblüffende Ähnlichkeit mit unserem Bürgermeister hat. Und dann gab es noch den Zeugen der Anklage einen Schweizer Investor der von Kerstin Zischka dargestellt wurde und natürlich auch im Schweizer Dialekt sprechen musste, was für einen Nicht-Schweizer gar nicht so einfach ist. Trotz der schwierigen Proben hatten wir riesigen Spaß und so beschlossen wir, jetzt machen wir im nächsten Jahr auch wieder mit.

Rosenmontag 2001

Am 26. Februar bliesen wir diesmal zum Sturm auf das Rathaus. Die teilweise negativen Erfahrungen aus dem letzten Jahr hatten die Schweden bewogen sich erst einmal mit einem ordentlichen Frühstück zu stärken. Dies fand statt in einer Orber Konditorei und wurde zu einem ziemlich ausgedehnten Frühstück. Diesmal erstürmten wir von der hinteren Seite das Rathaus. Beim Sturm waren dabei, Monika Beck, Dennis Beck, Thomas Schweitzer, Mathias Strobel, Armin Metzler als Peter, Marvin Metzler, Heinz-Werner Rühle, Norma Herold, Sebastian Gassner, Peter Ringelstein, sowie Gunter und Harald Zischka. Auch diesmal hatten wir einen Getränkestand, der von Tamara Metzler und Kerstin Zischka bewirtschaftet wurde. Ausgeschenkt wurde aufgrund der sehr kalten Witterung nur Glühwein. Außerdem fing es immer wieder an zu schneien. Wie im vorhergehenden Jahr wurden wir wieder vom WCV kräftig unterstützt, die Gegenwehr ließ allerdings etwas zu wünschen übrig, denn das Rathaus wurde nur vom 1. Stadtrat Klaus Sieverding verteidigt.

Wie im letzten Jahr wurde er nach dem erfolgreichen Sturm von Matthias und Sebastian den Viktorianern übergeben und der Rosenmontagszug setzte sich in Bewegung. Aufgrund der schlechten Witterung, hielten es nicht sehr viele allzu lange im Freien aus. Wir Schweden legten noch mit einem lauten Skol“-Ruf um 16.00 Uhr eine Gedenkminute für Andrea und Werner ein, da diese sich zu dieser Zeit auf Urlaub in Spanien befanden. (Wer macht denn so was?). Gefeiert wurde dann anschließend in den Orber Kneipen. Nachzutragen wäre noch, das eine Schwedin sich beim Standdienst eine ordentliche Bronchitis einhandelte und für die darauffolgenden beiden Wochen außer Gefecht gesetzt wurde. Zum erstenmal trafen sich die Schweden in diesem Jahr nochmals am Fasnachtsdienstag zum Frühstück, allerdings erst zur fortgeschrittener Stunde um einen möglichen Kater bereits erfolgreich bekämpft zu haben. Wackere Frühstücker waren Monika, Norma, Armin, Thomas, Gunter, Hawe und Kerstin.

Die Proben für „Götz von Berlichingen“

Als die Proben für „unseren“ Götz begannen, musste die Theatergruppe auf einige Schauspieler verzischten, die leider nicht mehr mitspielen wollten. Dies waren zum Beispiel Heiner und Alexander. Beide stellten einen Verlust für die Theatergruppe dar, der nur schwer wieder wettgemacht werden konnte.

Wie im letzten Jahr gab es für meine Schauspieler auch diesmal Sprachübungen. Für die Schauspieler waren sie oft ein Quell heller Heiterkeit. Außerdem hatte sich Miriam einige Übungen zum Improvisationstraining einfallen lassen. Das war schon sehr interessant, wie verschieden man ein und die selbe Szene verschieden spielen kann.

Aber die Sprache!!! Aus war es mit dem schönen Orber-Gebabbel. Hochdeutsch musste nun gesprochen werden und das war teilweise schon sehr schwierig. Irgendwie war man ja sehr nachlässig mit der Sprache geworden und das wurde den Schauspielern damit ziemlich deutlich vor Augen geführt.

Ein großer Teil der Proben wurden von unserem Hawe geleitet, weil unser Regisseur mitten in seiner Doktorantenprüfung steckte. Wenn allerdings jemand gedacht hatte, die Proben würden total locker werden, dann hatte der sich gründlich geirrt. Dennoch liefen auch diese Proben nie ohne den nötigen Spaß ab und so manches Bier wurde nach den Proben im Kärrners gemeinsam geleert.

In einer Probe kam es zu einem Lacher, der dann selbst noch in einer Aufführung zu einem Problem werden sollte. In der letzten Szene sollte Maria (Norma Herold) zu Elisabeth (Kerstin Zischka) den Satz sagen „Die Fürsten werden ihm zu mächtig.“ Dies ist ja an und für sich kein größeres Problem, doch Norma änderte ihren Text in „Die Würstchen werden ihm zu mächtig“. Und da war es mit Kerstins Beherrschung und der Probenzuschauer vorbei. Wir lachten, dass uns die Tränen liefen. Miriam ließ uns diese Szene immer wieder proben, doch es half nichts, kaum sollte der Satz gesagt werden musste Norma lachen. Bei den Aufführung haben sich dann die beiden bei diesem Satz nicht angesehen. Und Gott sei Dank ging es gut, schließlich ist dies ja auch die Sterbeszene für den Götz und da lacht man doch nicht.

Armin hatte so seine Probleme mit einer Kaffeekanne. Er war wohl total in Gedanken, als er sich einen Kaffee nehmen wollte und pumpte und pumpte und nicht merkte, dass seine Tasse längst voll war und der heiße Kaffee sich über seine Tasse auf den Tisch und von da auf den Boden ergoss.

Wenn Armin sein Sterben probte war dies für uns Zuschauer sehr eindrucksvoll. Er kämpfte um sein Leben und sein Sterben, dass so manchen ein eiskalter Schauer über den Rücken lief. Auch die Sterbeszenen von Werner und Detlef machten sehr betroffen. Detlef spielte den Tod von Götz so ergreifend, während bei Werner es uns jedes Mal ganz bang wurde, weil er dabei so gern seinen Text vergaß. Und das waren ja jetzt nur die Proben. Wie würde es bei den Aufführungen aussehen!

Der Vorstand der Theatergruppe wird neu gewählt

Im Februar 2001 standen wieder Vorstandswahlen an. Tamara Metzler kandidierte wieder als Abteilungsleiterin, während Kerstin Zischka aus persönlichen Gründen als ihre Stellvertreterin zurücktrat. Nachfolgerin von Kerstin wurde Ulrike.

Ausflug der Theatergruppe zur Berlichingen Burg in Jagsthausen und zur Burg Hornberg am Neckar

Am 31. März startete die Theatergruppe zu einem Ausflug zur Götzenburg in Jagsthausen und auf die Burg des Götz in Hirschhorn am Neckar. Für unseren Ausflug hatten wir wirklich ein Bilderbuchwetter. Naja, wie das eben so ist, wenn Engel (ja schon gut Bengel) reisen. Leider war das kleine Museum in der Götzenburg in Jagsthausen noch geschlossen, denn dort ist die Original eiserne Hand des Götz von Berlichingen ausgestellt. Einige der Schauspieler hatten sich in ihre Kostüme geworfen und der Armin ließ gleich einige Szenen aus dem Götz proben. In Jagsthausen finden jährlich Festspiele statt, bei denen der Götz von Berlichingen von Goethe aufgeführt wird.

Meine Hausfotografin Elsbeth fotografiert was das Zeug hielt und einige schöne Aufnahmen sind dabei entstanden. Dann ging es weiter an den Neckar zur Burg Hirschhorn. War in Jagsthausen Götz von Berlichingen geboren worden und aufgewachsen, so hatte er in Hirschhorn den größten Teil seines Lebens verbracht. Auch hier saßen wir uns die Burg an, die allerdings nur noch eine Ruine ist. Für unsere Kids war das natürlich viel spannender, besonders als sie in einem Brunnen ein altes Skelett fanden. Schön gruselig eben. Allerdings gibt es Hirschhorn noch eine Besonderheit und zwar die Götz-Buche. Dieser Baum soll von Götz von Berlichingen gepflanzt worden sein und ist damit schon sechshundert Jahre alt. Wenn dieser Baum sprechen könnte, was würde er so alles erzählen! Auf der Heimreise waren wir alle doch etwas müde. Doch zum schlafen kamen wir nicht, denn der Armin machte mit uns Sprachtraining. Als wir dann endlich wieder in Orb waren ging noch ein großer Teil der Schauspieler in den „Schwedenkeller“ um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Die Theatergruppe beim Europäischen Märchenkongress in Bad Orb

Auch beim Europäischen Märchenkongress war die Theatergruppe sehr aktiv. Das begann schon am Sonntag-Morgen, als Armin in seine Peter von Orb Montur hüpfte, während Harald und Kerstin ihre Kostüme aus dem Schinderhannes anlegten und Norma und Thomas mal wieder als Schweden auf der Bühne standen. Auch Marvin war dabei, als armer Orber Bauernbub. Wir sollten nämlich ein lebendes Bild zur Erzählung der Sage des „Peter von Orb“ darstellen. Das hat uns riesigen Spaß gemacht, aber damit war unsere Mitwirkung noch lange nicht beendet. Am Nachmittag waren Harald und Kerstin Zischka als Teufel und Großmutter mit den Teufeln aus der Kindergarde der Viktoria unterwegs. Sie stellten das Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ dar. Kalli Holzmann verkörperte das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, während Matthias und Janine Strobel dem Märchen „König Drosselbart“ Leben verliehen. Uns machte dies sehr viel Spaß, vor allem war dies auch einmal eine Gelegenheit, sich mit den Märchen aus der Kindheit zu beschäftigen.

Proben auf dem Holzhof und in der Konzerthalle

Die Proben auf dem Holzhof gestalteten sich als sehr schwierig. Es lange eine ziemliche Spannung in der Luft. Einige Szenen mussten aus unserem Stück herausgenommen werden, da dass Stück sonst einfach zu lange geworden wäre. Unter den Schauspielern machte sich eine gewisse Unzufriedenheit breit. Niemand war so recht mit seiner Schauspielerei zufrieden und das übertrug sich dann natürlich auf die anderen Schauspieler. Es war sehr unruhig und mit Schrecken sahen wir alle der Premiere entgegen.

Wie in jedem Jahr probten wir auch wieder in der Konzerthalle. Diese Probe verlief ganz gut und wir Schauspieler waren eigentlich wieder guten Mutes, doch dann kam die Generalprobe.

Festzug zum Brunnenfest

Auf dem Brunnenfest waren wir wieder mit einer großen Gruppe vertreten. Mit den schönen Kostümen erregten wir wiederum ziemliches Aufsehen. Außerdem waren unsere beiden ritterlichen Neuzugänge Kay und Katja dabei. Sie zeigten einige kurze Schwertkämpfe und das lockte schon den einen oder anderen Schaulustigen an. Nach dem Festzeug tranken wir erst einmal ein gemütliches Bier, bevor alle ziemlich dankbar waren, dass wir nun aus unseren Kostümen herauskamen. Am Abend war dann der nun schon traditionelle gemeinsame Brunnenfestbesuch angesagt.

Eine total verkorkste Generalprobe

Die Generalprobe war die Katastrophe schlechthin. Und das lag nicht allein an den Schauspielern. Wir hatten Schulklassen eingeladen sich den Götz anzusehen und mehr oder weniger gelangweilt sahen uns die Schüler dabei zu. Einige fingen dann natürlich auch noch an Witze zu machen und da wird es für jemanden, der sowieso schon aufgeregt ist, fast unmöglich sich zu konzentrieren. Nach der Generalprobe hielt uns der Armin eine Standpauke, die sich gewaschen hatte. So wütend hatten wir ihn noch nie erlebt. Einige waren nach seiner Standpauke derart frustriert, dass sie erst einmal in die Sudpfanne gingen und ihren Frust hinunterspülten. Bei dem einen oder anderen machte sich der Frust dann später noch anderweitig bemerkbar, denn einige entschieden sich, nicht mehr bei den Holzhoffestspielen mitzuwirken. Überhaupt hatten sich die Reihen derer gelichtet, die seit dem Peter von Orb dabei waren. Zwar waren wieder neue Schauspieler hinzugekommen, doch es fehlten einige Schauspieler, die das Talent besaßen auch andere in ihrem Spiel mitzureißen. Das machte dann das Spielen für die anderen Schauspieler nicht leichter, ganz im Gegenteil, es fehlte dann die Geistesgegenwart weiter zu spielen und zu improvisieren.

Eine eigene Bühne wird gekauft

Schon seit einiger Zeit wurde innerhalb der Theatergruppe der Kauf einer eigenen Bühnen diskutiert. In diesem Jahr war es nun soweit. Nach der Planung von Armin Metzler und des Entgegenkommens der Stadt Bad Orb konnten wir eine Bühne direkt an das Amtmannshaus anbauen. Damit hatten wir eine größere Spielfläche gewonnen und hatten uns teilweise von den hohen Mietkosten für die Bühne verabschieden können.

Das Stück für 2002 wird ausgewählt

Die Auswahl des Stückes für 2002 wurde sehr heftig diskutiert und nach langen Diskussionen entschied sich der Künstlerische Ausschuss für das Stück „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt. Dieses Stück stellte eine vollkommene Veränderungen zu unseren bisher gespielten Stücken dar und einige sahen den Aufführungen mit gemischten Gefühlen entgegen, spiegelte doch das Stück im Grunde die wirtschaftliche Situation der Stadt wider. Doch davon wird noch später die Rede sein.

Die Aufführungen des Götz von Berlichingen

Von der total missratenen Generalprobe hatte ich ja schon erzählt. Und wir Schauspieler hatten ein ziemlich schlechtes Gefühl. Jeder ging mit mehr oder weniger Bauchschmerzen auf die Bühne. Als die erste Szene gelaufen war und wir merkten das es gut lief, spielten wir uns frei und wir hatten eine wirklich gelungene Premiere hingelegt. Dies riss dann auch unseren Regisseur Armin zu dem Ausspruch hin, wir seien die intelligenteste Theatergruppe, die er kenne.

Die Premierenfeier verlegten wir zur vorgerückten Stunde in den VIP-Raum im Amtmannshaus und da saßen wir und feierten bis in die frühen Morgenstunden. Diese Feier hatten wir uns auch redlich verdient, denn nun löste sich die Anspannung und wir alle konnten mit mehr Zuversicht auf die nächsten Aufführungen blicken.

Am nächsten Aufführungsabend meinte es Petrus alles andere als gut mit uns, denn es regnete in Strömen. Dabei hatte es bei unserem Warm-Up noch ganz gut ausgesehen, lediglich ein paar Tropfen waren gefallen, doch aus diesen Tropfen wurde schließlich ein strömender Regen. Unsere Zuschauer hatten sich unter weiße Regencapes versteckt und wir Schauspieler mussten so gut es eben ging spielen. Götz-Detlef rutsche bei seinem ersten Auftritt auf der nassen Bühne derart aus, dass wir schon dachten er hätte sich ernsthaft verletzt. Gott sei Dank ging diese Rutschpartie „nur“ mit einigen blauen Flecken über die Bühne.

Mittlerweile wurde der Regen immer heftiger und Armin Leistenschneider unterbrach die Aufführung und fragte die Zuschauer, ob wir die Aufführung abbrechen sollten. Die Karten würden ihre Gültigkeit behalten und dann für die nächste Aufführung in der Konzerthalle gelten. Ein Teil unserer Zuschauer entschloss sich nach Hause zu gehen, während ein großer Teil der Zuschauer dablieb und da mussten wir natürlich weiter spielen. Unsere Zuschauer hatten es natürlich besser, sie hatten trockene Kleidung an, doch wir Schauspieler waren schließlich irgendwann bis auf die Haut nass.

In der Pause ergaben sich in unserer Maske sehr seltsame Szenen, als dann nämlich Kathrin und Annegret mit je einem Fön bewaffnet unsere Kostüme trockneten, so gut es eben ging. Bis zum Ende des Stückes hielt es sogar unser damaliger Pfarrer Hofmann samt seinem Kaplan aus, was ihnen unsere Hochachtung eintrug.

Nach der Aufführung saßen wir wie immer in unserem VIP-Raum zusammen, wobei der Raum schon sehr seltsam aussah, denn an verschiedenen Leitungsrohren hingen unsere Kostüme zum trocknen. Aber das tat unserer Feierlaune keinen Abbruch ganz im Gegenteil, noch lange saßen wir nach den Aufführungen zusammen. Aber eine Nachtwache wollte keiner mehr durchführen, denn die Schauspielerei hatte sich verändert und unsere Rollen hatten uns einiges an Kraft abverlangt, so dass wir oft gegen 2.00 Uhr in der Frühe unsere Runde auflösten.

Wie schon gesagt, zogen wir für unsere nächste Aufführung in die Konzerthalle um, mit allen Requisiten und Teilen der Kulisse. Das war eine ganz schöne Arbeit, aber da viele mit anpackten, schafften wir es auch ganz gut. An diesem Morgen war das Wetter ganz gut und einige meinten, man sollte doch auf dem Holzhof bleiben, aber da wir die Aufführung für die Konzerthalle bereits angekündigt hatten, mussten wir auch dort spielen und schließlich sollte sich zumindest vom Wetter her dieser Entschluss als richtig erweisen. Ansonsten hielt dieser Abend noch einige negative Überraschungen bereit.

Wir wollten gerade mit unserem Warm-Up beginnen, als sich der Himmel ziemlich gelblich verfärbte und ein Gewitter losbrach, wie wir es in Orb selten haben. Es blitze und donnerte und schließlich fielen auch noch ziemlich große Hagelkörner. Später haben wir dann erfahren, dass es zu mehreren Blitzeinschlägen kam, kurz gesagt wir hatten ein echtes Unwetter. Dies konnte man schon als ein schlimmes Omen betrachten, denn damit fingen die Probleme erst an.

In der Konzerthalle hatten wir von der Technik her ganz andere Möglichkeiten und so stand uns eine versenkbare Bühne zur Verfügung. Armin fand die Idee super und so sollten beim Anfangbild die Schauspieler eben nach oben gefahren werden. Die Idee war gut nur die Ausführung war ein Problem. Als nämlich die Bühne samt Schauspieler nach oben gefahren werden sollte, streikte die Bühnentechnik und absolut nichts bewegte sich. Das war vielleicht ein Ding. Die Schauspieler standen unten und über uns warteten die Ritter aus Gelnhausen und die Zuschauer, dass sich endlich etwas tun würde. Da sich absolut nichts tat, obwohl Thomas und Detlef Angelstein alle möglichen Tricks versuchten, ordnete Armin an, dass wir auf den verbliebenen Teil der Bühne spielen sollten. Das war gar nicht so einfach, denn beim Spielen konnte man sehr schön in den Orchestergraben sehen und der war schließlich 4 Meter tief. Schließlich schafften es Thomas, Detlef und Günther doch noch die Bühne manuell nach oben zu bewegen und so konnten wir schließlich auf der normalen Bühne spielen. Aber damit waren die Probleme noch lange nicht beendet.

Leider entdeckten an diesem Abend noch drei Schauspieler das sie bestohlen worden waren. Dies waren Toni Acker sowie Harald und Kerstin Zischka. Kerstin hatte es besonders schlimm getroffen. Ihr Rucksack war gestohlen worden samt Portemonnaie, Papieren, Schlüsseln, Handy, Fotoapparat und ihrer Uhr. Auch Toni hatte es derart erwischt. Das war ein ziemlicher Schock. Vor allem, weil auch niemand wusste, dass die untere Garderobe außer von den dreien noch von einigen anderen genutzt worden war. Per Handy wurden sämtliche Kreditkarten und Handys gesperrt und Alfons Herold durchsuchte sämtliche Papierkörbe im Kurpark ab, ob die Diebe vielleicht nicht das, was sie nicht gebrauchen konnten, einfach weggeworfen hätten. Doch seine Suche blieb leider erfolglos. Harald und Toni fuhren zur Polizei um Anzeige zu erstatten, während Kerstin ihre Rolle als Elisabeth weiterspielte, sie hatte ja noch einige Auftritte zu absolvieren.

In der Sterbeszene des Götz musste Kerstin noch ihre Geistesgegenwart beweisen, als Götz-Werner einen totalen Texthänger hatte. Er kam einfach nicht mehr textlich auf die Füße, so dass Elisabeth-Kerstin aus einem Dialog zwischen ihr und Götz einen Monolog machte. Schließlich war auch das geschafft, jedoch war für Kerstin der Abend dann gründlich gelaufen.

Vor der nächsten Aufführung hieß es wieder umziehen, diesmal auf den Holzhof. Und wieder packten die altbekannten Gesichter mit an und schleppten alles wieder auf den Holzhof, wobei Thomas mit seiner Feuerwehr uns unschätzbare Dienste leistete. Die letzten Aufführungen gingen dann auf dem Holzhof bei schönstem Sommerwetter über die Bühne und bei der letzten Vorstellung tat es den Schauspielern doch ein wenig leid, dass unser Ausflug in das Spätmittelalter nun beendet war.

Nach der Aufführung wurde natürlich wieder einmal kräftig gefeiert und natürlich gab es auch diesmal die nun schon traditionelle allerletzte Vorstellung auf dem Holzhof. Publikum hatten wir dabei natürlich keines mehr, denn wer will schon morgens um 5.00 Uhr uns Schauspieler zusehen. Allerdings gibt es davon eine Videoaufnahme, die natürlich unter Verschluss gehalten wird. Getreu dem Motto „Der Gentleman genießt und schweigt.......“

Nachdem für einige die Nacht ziemlich kurz war, da sie ja noch unbedingt eine letzte Vorstellung spielen wollten, hieß es am Sonntag die Bühne und das Amtmannshaus räumen. Die männlichen Mitglieder der Theatergruppe bauten die Kulissen ab, während die weiblichen Mitglieder das Amtmannshaus putzten. Alle diese Arbeiten wurden mit ordentlich Wehmut verrichtet, denn der Holzhof und das Amtmannshaus waren seit nun schon zwei Monaten zu unserem Wochenenddomizil geworden. Bei der Arbeit wurde natürlich viel gelacht und schon einige Anekdoten vom Götz erzählt. Etwas seltsam erging es da einer Schauspielerin die es sich auf einem Fensterrahmen bequem gemacht hatte und dann weder rein noch raus kam, bis ihr der ehemalige Ritter Franz von Sickingen ritterlich zu Hilfe eilte. Es stimmt eben doch „einmal Ritter, immer Ritter.“

Nach unseren Räumungsarbeiten gingen wir alle in unser Schauspieler Hauptquartier, das „Kärrners“. Dort waren die anderen Schauspieler schon längst eingetroffen und feierten was das Zeug hielt. Wie immer fielen wir natürlich mit unseren „Skol“-Rufen auf und zu vorgerückter Stunde brachten wir der Familie Prähler noch ein Ständchen und zwar mit dem Schweden-Lied und dem Orber Lied.

Ausflug der Theatergruppe zu den Volksschauspielen nach Ötigheim

Von unserem Regisseur Armin hatten wir schon einige Male gehört, wie schön die Volksschauspiele in Ötigheim seien und nachdem wir unsere Festspielzeit hinter uns hatten, entschlossen wir uns zu einer Fahrt nach Ötigheim, um uns die Aufführung von „Ben Hur“ anzusehen und danach eine Führung durch die Kulissen zu machen.

Wir staunten nicht schlecht in Ötigheim. Das war schon sehr beeindruckend die Naturbühne und der Zuschauerraum. Von dem Schauspiel gar nicht zu reden, den die Schauspieler spielten nicht nur sehr gut, sondern sie waren auch ohne Head-Set überall gut zu verstehen, was nicht zuletzt auch daran lag, dass alle sehr deutlich sprachen. Die Kostüme und die Requisiten machten uns einfach sprachlos und dann erst das Wagenrennen. Mit 5 Pferdegespannen rasten die Schauspieler über die Bühne! So etwas können wir auf unserem Holzhof natürlich nicht machen. Nach dem Schauspiel hatten wir dann unsere Führung durch die Kulissen, die Armin Leistenschneider vereinbart hatte. Er hat gute Kontakte nach Ötigheim und so sahen wir Bereiche hinter der Bühne, die nicht jeder Zuschauer zu sehen bekamen. Allein nur der Gang durch Fundus und Requisite ließ uns aus dem Staunen nicht herauskommen. Die Werkstätten für die Kulissen ließen Thomas in Entzücken fallen. So etwas hätten wir auch dringend nötig. Eine Werkstatt in der man die Sachen auch einmal stehen lassen kann und in der alle nötigen Maschinen vorhanden sind. Der Fundus war in mehreren Gebäuden untergebracht und da gab es alles von dem Lendenschurz eines Römers, über das Gewand einer Hofdame aus dem Mittelalter bis zu Kostümen aus unserer Zeit. Eben alles was das Theaterherz begehrte. Da kann unser Fundus noch nicht mithalten, aber wir arbeiten daran. Schließlich und endlich kamen wir auch zu den Pferdeställen, in denen die Pferde bis zu ihrem Auftritt untergestellt werden. Es ist aber auch ein Gelände, dessen Größe man einfach nicht schätzen kann. Nachdem wir uns nach unserer Führung gestärkt hatten, wollten wir wieder nach Hause fahren. Allerdings kamen wir erst einmal nicht sehr weit, denn Marvin suchte seinen Vater Armin, der in ein Gespräch vertieft, nicht bemerkt hatte, dass unser Bus schon abgefahren war. Also hieß es wieder umkehren und richtig, auf dem Parkplatz stand ein etwas verzweifelter Armin der sichtlich froh war, dass wir sein Fehlen bemerkt hatten und wieder umgekehrt waren. Die Rückfahrt verlief dann ziemlich leise, denn unser Ausflug war sehr anstrengend gewesen und nun schliefen einige oder dösten vor sich hin.

Räuberlager im Kurpark

Anlässlich der Nacht der Phantasie gab es auch wieder ein Räuberlager im Kurpark. Die Kinder hatten am Feuer ihren Spaß, nur den Schauspielern wurde es ein wenig Angst und Bang, wenn sie an die Gefahren dachten, die ein offenes Feuer nun einmal mit sich bringt. Tapfere Räuber waren Norma Herold, Monika Beck, Andrea Schweizer, Hawe Rühle und einige andere mehr.

Abschlussabend des „Götz von Berlichingen“ im Vereinsheim des Schützenvereins

Am 15. September fand der Abschlussabend für „unseren“ Götz statt. Nachdem wir zweimal im Sängerheim waren, suchten und wir einen anderen Ort für unsere Feier im Vereinsheim des Schützenvereins. Allerdings war uns nur bedingt zum Feiern zu Mute, den wenige Tage vorher hatte es einen schlimmen terroristischen Anschlag auf das World Trade Center in New York gegeben, bei dem mehrere Tausend Menschen ihr Leben verloren hatten. Niemand konnte die entsetzlichen Bilder vergessen und so wurde unsere Abschlussfeier eine besinnliche Feier. Wie immer hatten die Schweden einen Vortrag für den Abend vorbereitet. Diesmal wurden Armin und Miriam unsere Opfer, denn wir stellten eine Probe zum Götz nach in dem wir Armin gehörig auf die Schippe nahmen und den Götz nicht im Goethe-Deutsch, sondern mit deutlich hessischen Einschlag spielten. Schließlich überreichten wir Armin noch eine Flasche Baldrian und einen ganzen Beutel mit Kugelschreibern, damit er die nächste Probenzeit gut überstehen würde.

Günter hatte auch einen Vortrag vorbereitet. Nachdem er für seine Rolle des Liebetraut extra Gitarrespielen gelernt hatte, hatte er ein Lied über sein Abendteuer Theaterspielen geschrieben und sang dieses Lied noch nicht einmal so schlecht. Es ist schon toll welche verborgenen Talente manchmal zu Tage gefördert werden.

Wie immer ist so eine Abschlussfeier auch wieder der Anfang für die neue Spielsaison und so wurden auch schon Pläne für „Der Besuch der alten Dame“ gemacht. Ende September sollten hier schon die Photos für den Flyer gemacht werden und bis dahin sollte in groben Zügen schon die Besetzung der Rollen stehen. Was dies aber noch erforderlich machen würde, davon werde ich später noch erzählen.

Die Jugendtheatergruppe „Peters Füchse“ wird geboren

Als feststand, dass wir im nächsten Jahr „Die alte Dame“ spielen würden, hatten wir ein Problem. Was machen wir mit unseren Kids? Es gab kaum Rollen für Jugendliche in diesem Stück und so ganz wollten wir unsere Kids nicht von der Bühne abhalten. Armin Metzler kam auf die Idee mit unseren Kids „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner als Musicaltheater einzustudieren. Diese Idee hatte einen riesigen Zulauf und so wurde eine Jugendtheatergruppe gegründet. Im Laufe der Probezeit erhielt diese äußerst muntere Truppe auch einen Namen und zwar „Peter’s Füchse“ in Anlehnung an die Sage des Peter von Orb in der ja schließlich ein Fuchs eine große Rolle spielt. Namensgeberin war hierzu übrigens Kerstin Zischka.

Die Geburt der Chronik

An dem Fototermin hatte der Armin Leistenschneider eine glänzende Idee. „Es müsste doch eine Chronik für die Theatergruppe geben. Die Idee gefiel auch mir und Armin fragte, ob ich denn nicht jemanden wüsste der für mich diese Chronik würde schreiben könnte. Nach einigem Überlegen entschloss sich Kerstin für mich diese Chronik zu schreiben und von da an sah man sie öfter mit einem kleinen Notizbuch, in das sie die Ereignisse in der Theatergruppe einträgt. Bei der darauffolgenden Jahreshauptversammlung wurde sie dann auch noch offiziell von den Mitgliedern des Kulturkreises in ihr Amt gewählt. So schnell geht das.

Fototermin für „Der Besuch der alten Dame“ und „Emil und die Detektive“

Im September fanden dann die Phototermine für unsere beiden neue Stücke statt. Als Kulisse diente uns der Orber Bahnhof und bei herrlichstem Sonnschein fotografierte Elsbeth Ziegler was das Zeug hielt. Heraus kamen wunderschöne Photos, die sich dann auch hauptsächlich in unserem Holzhofblättchen wiederfanden.

So kommt man zu einer Hauptrolle

Ein großes Problem hatten wir dennoch. Die männliche Hauptrolle im Besuch der alten Dame war noch immer nicht besetzt. Und dann kam ein Schwedentreffen Ende Oktober, das insbesondere Harald Zischka so schnell nicht vergessen wird.

Noch immer plagte unseren Regisseur ein großes Problem. Wer sollte die Rolle des Alfred Ill darstellen? Einen Wunschkandidaten hatte er ja schon, Harald, nur der war einfach nicht zu einer Zusage zu bewegen. Im Laufe der Unterhaltung kam wieder die Rollenbesetzung der Alten Dame zur Sprache. Armin sprach wiederum Harald an, doch der meinte nur: „Ne, dass mach ich nicht.“ Schließlich verabschiedeten sich Armin und Miriam und nun ging es erst richtig los. Moni, Andrea, Norma und Kerstin überredeten den Harald nach aller Regel der Kunst und als schließlich das Argument kam „Ohne Dich macht uns das Theater nur halb soviel Spaß“, strich Harald die Segel und sagte zu. Allerdings wusste er noch immer nicht, dass die männliche Hauptrolle sein würde. Denn das hatten die vier ihm wohlweislich verschwiegen. Armin wurde per SMS über die Zusage informiert und Harald schöpfte überhaupt keinen Verdacht. Am nächsten Morgen fuhr er zu seiner Schwester in die Schweiz und mit im Gepäck war das Buch „Der Besuch der alten Dame“. Im Urlaub habe er ja Zeit genug sich den Text anzusehen. Schade, dass wir sein Gesicht nicht sehen konnten, als Harald bewusst wurde, auf was er sich da eingelassen hatte. Aber, er nahm die Herausforderung an und wie gut er seine Rolle meisterte, werde ich noch erzähl

Das Jahr 2002

Ausstellung mit Bildern der Aufführungen „Götz von Berlichingen“

Auch in diesem Jahr gab es eine Ausstellung zu den Holzhoffestspielen. Das bewährte Team Elsbeth und Ralph-Philip Ziegler sowie Kerstin und Harald Zischka klebten Bilder was das Zeug hielt. Dabei war dies gar nicht so einfach. Elsbeth hatte so schöne Photos von den Aufführungen gemacht, dass uns die Auswahl sehr schwer fiel, besonders da der Ausstellungsraum begrenzt war und man nur wirklich die schönsten Bilder in die Ausstellung bringen konnte. Die Ausstellungseröffnung war gut besucht und wurde von allerlei Prominenz begleitet.

Fremdensitzung 2002

In diesem Jahr machte uns unser Beitrag zur Fremdensitzung sehr zu schaffen. Lange wussten wir nicht so recht, was wir eigentlich machen wollten. Schließlich einigten wir uns auf „Sieben Tage – sieben Köpfe“ was bei uns dann zu „Sieben Tage – sieben Klöpse“ wurde. Diesmal hielten wir uns mit der Politik doch etwas zurück. Wir nahmen einfach sieben bekannte Orber Bürger und (tschuldigung) Orber Bürgerinnen und erzählten munter drauf los. Aus Armin Metzler wurde Christof Mack, aus Kerstin Zischka wurde Edwin Noll, Sitzungspräsident der Viktoria, aus Andrea Schweitzer wurde Rita Hessberger, Heinz-Werner Rühle stellte seinen Vater Heinz dar, während Ulrich Prähler zu Norbert Skoropinski wurde. Auch unser Stadtoberhaupt (Norma Herold) durfte nicht fehlen. Dieser erzählte von einem kranken Mitarbeiter und einer Neuerung in der Angebotspalette der Kurstadt Bad Orb. Er plädierte für die Errichtung eines Welleness-Etablissements. Eine künftige Mitarbeiterin hatte er quasi als Anschauungsobjekt (Tamara Metzler) gleich mitgebracht. Wir hatten uns nämlich überlegt die finanzielle Misere der Stadt Bad Orb, doch mit einem Wellness Freudenhaus zu beheben. Auch das hat uns sehr viel Spaß gemacht. Aber im nächsten Jahr werden wir wohl doch etwas anderes auf die Bühne stellen. Man wird sehen.

Rosenmontag 2002

Der diesjährige Rosenmontag fiel auf den 11. Februar und wurde von erst einmal mit einem gemütlichen Frühstück bei Andrea begonnen. Unser Frühstück zog sich doch etwas in die Länge, aber wir genossen die Ruhe vor dem Sturm, vor allem, weil es am Vormittag noch verdächtig nach Regen aussah. Mehr oder weniger munter saßen am Frühstückstisch Hanne Haschert, Andrea Schweitzer, Norma Herold, Heinz-Werner Rühle, Thomas Wallich und Kerstin Zischka. So gegen 13:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Holzhof, um uns für den Überfall zu rüsten. Nachdem es im letzten Jahr Kritik gehagelt hatte, weil viele den Rathaussturm nicht sehen konnten, stürmten wir in diesem Jahr wieder von vorne. In diesem Jahr hatten wir wieder einmal einen Obristen dabei, Werner Johanns verlieh ihm seine Stimme. Überhaupt war unser Schwedencorps in diesem Jahr zahlreicher. Armin Metzler stellte wieder den Peter von Orb da und das Schwedenheer bestand aus: Monika Beck, Norma Herold, Hanne Haschert, Heinz-Werner Rühle, Andrea Schweitzer, Peter Ringelstein, Frederick Johanns, Marvin Metzler, Tobias und Mathias Strobel, sowie aus Gunter, Harald und Kerstin Zischka. Gegen diese geballte Übermacht hatten der Bürgermeister Wolfgang Storck und der 1. Stadtrat Klaus Sieverding nichts entgegen zu setzen, zumal auch die Wächtersbacher uns wieder kräftig unterstützten. Als dann Mathias Strobel und Norma Herold die Beiden in einem Büro verhafteten, wehrten sie sich nur wenig und folgten willig zur Orber Bimmel der Viktoria.

 Beim Abmarsch des Zuges hatte eine Schwedin allerdings so ihre Probleme, denn sie fiel über ihren Degen und lag dann der Länge nach mitten auf der Straße. (Eigentlich küsst doch nur der Papst die Straße, oder) Auf dem Rosenmontagszug haben wir dann auch gleich den Flyer für die diesjährigen Holzhoffestspiele verteilt. In diesem Jahr hatten wir keinen Stand, so dass wir uns nach dem Festzug dem Feiern hingeben konnten. Dies war allerdings auch mit Hindernissen verbunden, da wir erst die Norma im Getümmel verloren und schließlich auch noch den Heinz-Werner. Aber im neu eröffneten Bahnhof haben wir uns dann alle früher oder später wieder gefunden. Zwei Schweden waren doch etwas müde und gingen schon früher nach Hause und für den Armin gab es dann noch eine unheimliche Begegnung der indianischen Art, in Form von Niki Noll. Aber zu sehr wollen wir dann doch nicht ins Detail gehen. Nur soviel, am nächsten Mittag, zu unserem Frühstück, war der Armin noch immer etwas durcheinander. Überhaupt das Frühstück. Das war am Fasnachts-Dienstag sehr gemütlich. Wir haben viel gelacht und auch schon Pläne für die Fasnacht 2003 gemacht. Jedenfalls blieben wir alle länger als wir eigentlich wollten bei Andrea im Esszimmer sitzen. Und damit ist die Runde mit Monika Beck, Armin Metzler, Thomas Wallich, Hawe Rühle, Norma Herold, Andrea Schweitzer, Alexander Noll, Kerstin Zischka und Gunter Zischka gemeint.

Das Stück für 2003 wird festgelegt

Ziemlich schnell einigten sich die Mitglieder des Künstl. Ausschusses auf das Stück der Holzhoffestspiele 2003. Nach unseren „Ausflügen“ in die Weltliteratur sollte es wieder mal ein „Orber Stück“ werden. Unsere Wahl fiel auf das Stück „Der Richter von Orb“ von Leo Weismantel. Eigentlich hatte Leo Weismantel dieses Stück als Novelle geschrieben und unser Theatervater, Heinrich Schweitzer, hatte es in eine Theaterfassung gebracht. Diese Theaterfassung wurde dann nochmals von unseren Regisseuren überarbeitet und den Schauspielern so zu sagen auf den Leib geschrieben. Wir freuten uns alle darauf wieder ein Orber Stück zu spielen, doch davon wird noch die Rede sein.

Die Proben für „Der Besuch der alten Dame“

Die Proben für die alte fanden nun schon fast traditionsgemäß zunächst im Haus der Vereine statt. Wie immer gingen wir Anfang Mai auf die Bühne im Holzhof und da fingen die Proben eigentlich erst richtig an, denn die Schauspieler mussten sich an die örtlichen Gegebenheiten gewöhnen und so manches Mal hatten wir auch Probleme mit dem Wetter, wenn es mal wieder wie aus Kübeln schüttete. Dann wurde entweder die Probe unterbrochen oder wir proben eben in Regenklamotten. Seit unserer Regenvorstellung des Götz von Berlichingen, konnte uns eigentlich kein Wetter mehr schocken. An einem Samstag war das Wetter allerdings derart ungemütlich, es regnete und stürmte, dass nicht nur unsere Kids im Sängerheim proben, sondern auch die Erwachsenen.

 

In diesem Jahr gab es auch erstmals zwei offizielle Regieassistenten. Hawe Rühle kümmerte sich um die Probenpläne und den Mikroplan und Kerstin Zischka saß neben den Proben im Haus der Vereine an Armins Laptop und notierte Armins Regieanweisungen in die Textdatei. Das war teilweise sehr anstrengend, denn Armins Ideenreichtum kannte keine Begrenzungen und so schnell wie Armins Ideen flossen, konnte Kerstin diese gar nicht aufnehmen und so manches Mal waren dann die herrlichsten Stilblüten in den Regieanweisungen zu lesen.

Kerstin sollte zunächst keine Rolle spielen, doch als dann noch immer die Rolle des Stadtarztes Dr. Nüsslin nicht besetzt war, wurde Kerstin mal wieder schnell zum Mann.

Insgesamt waren die Proben oft sehr anstrengend. Es war schon etwas anderes, als alles was wir bis dahin gespielt hatten. Aber auch da gab es die eine oder andere Szene, die uns die Tränen vor Lachen in die Augen trieben.

Die Proben für „Emil und die Detektive

Die Proben für Emil und die Detektive begannen im Februar und geprobt wurde Samstag vormittags. Auch hier gab es ein Regieteam. Armin war der Regisseur des Emil und Hildegard Sperzel seine Assistentin. Einige Erwachsene aus der Theatergruppe Peter von Orb übernahmen auch im Emil eine Rolle. So spielte der Regisseur Armin Leistenschneider die Rolle des Grundeis, Monika Beck spielte die Mutter von Emil, Norma Herold seine Mutter, während Kerstin Zischka zur Tante und zweimal in den Aufführungen noch zur Blumenfrau wurde. Andrea Schweitzer spielte Frau Wirth, eine Kundin von Emils Mutter, ebenso wie Christiana Prähler. Kerstin Kurth spielte im Emil eine Frau aus Grünau, die sich über die rüpelhaften Manieren des Herrn Grundeis zu ärgern hatte Detlef Angelstein spielte wie in der „alten Dame“ den Polizisten und Fritz Amberg den Direktor einer Bank. Den genauen Namen der Bank kann ich leider nicht nennen, denn von einer Vorstellung zu anderen wechselte er, zur Freude seiner Mitspieler, sein Bankhaus. Seiner Phantasie hatte er sich dabei keine Grenzen gesetzt. Zum Beginn der Proben wurden die Erwachsenen ganz schön vorgeführt, denn zu deren großen Erstaunen konnte unser Nachwuchs den Text auswendig. Das war eine Blamage. Und die Erwachsenen bemühten sich natürlich, mit den Young-Stars gleichzuziehen. Zwar waren die Proben für die Erwachsenen anstrengend, aber sie machten auch einen großen Spaß. Anstrengend deswegen, weil Freitags abends für die alte Dame geprobt wurde, Samstags morgens, wenn nötig Probe für den Emil und am Nachmittag Probe für die alte Dame. Es war schon toll, unserem Nachwuchs bei den Proben zu zusehen. Armin hatte aus Emil und die Detektive mit viel flotter Musik ein Musicaltheater gemacht, bei dem viel gesungen und auch getanzt wurde. Da wurde gerappt, dass sich die Balken bogen und so ziemlich jedem ging die Musik in die Beine. Allerdings muss ich gestehen, dass uns in Punkto tanzen die Kids einiges voraus hatten. Ein Glück, dass die Erwachsenen beim Schlussbild in der letzten Reihe standen, wir hätten uns bis auf die Knochen blamiert. Die Proben für den Emil fanden ebenso, wie für die alte Dame, ab Mai auf dem Holzhof statt, wenn es Petrus gerade mal zuließ und es nicht wie aus Kübeln schüttete.

Verstärkung erhielten die Kids vom Kinderchor der Sängerlust, den „Wartturmspatzen“ und von einigen Mitgliedern des jungen Chores der St. Martins Kirche und des Jugendchores der evangelischen Kirsche und für die Bereicherung beim Schlussbild sorgte Viola Tirpan mit ihren Tanzmäusen. So manchmal kamen sich die Erwachsenen ganz schön alt vor.

Auf dem Festzug zum Brunnenfest

Diesmal wurden wir auf dem Festzug zum Brunnenfest zu einem besonderen Blickpunkt. Zum einen waren wir eine sehr große Gruppe, denn auch unsere Kids waren mit dabei und dann fuhr unsere eine Darstellerin der alten Dame in einem wunderschönen Oldtimer, der dann auch noch bei den Aufführungen zum Einsatz kam. Die zweite Darstellerin der alten Dame war bei uns leider nicht dabei.

Die Aufführungen von „Der Besuch der alten Dame“

Die Aufführung der alten Dame konnten alle auf dem Holzhof stattfinden, was bei den Schauspielern helles Entzücken hervorrief, denn es gab keinen Umzug in die Konzerthalle. Zwar wurde es für unsere Zuschauer teilweise empfindlich kalt, doch die Schauspieler kamen bei diesem Stück eher in Schwitzen.

Unsere alte Dame stieß durchweg auf positives Echo, was nicht zuletzt auch an unserem Ill wider Willen lag, dessen schauspielerische Leistung einfach außerordentlich war. Aber nicht nur unser Publikum litt mit unserem Ill auch wir Schauspieler fühlten mit ihm. Noch Wochen später wurde Harald auf der Straße von Passanten auf seine Rolle angesprochen.

Dabei hatten wir mit unserem Stück so unsere Probleme. So gab es beispielsweise eine Szene Surprise die wir nicht ein einziges Mal gleich spielten. Irgendwo hakte es immer, aber mit unserem Improvisationstalent bekamen wir das eigentlich immer irgendwie hin.

Die letzte Aufführung der alten Dame hatte es in sich. Da wurde auch wieder Schabernack gespielt, dass es nur so krachte. Da wurde unser guter Lehrer ziemlich in erstaunen versetzt, als ihn der Doktor statt „Mein Gott, was sollen wir nur tun“, „Mein Gott Hawe, was sollen wir nur tun“ fragte. Unser Ill bat den Stadtpfarrer nicht „Beten Sie für Güllen“, sondern „Beten sie für Bad Orb“ und unser Turner sollte nicht zum Wohle von Güllen würgen, sondern zum Wohle von Orb. Den Vogel schoss allerdings Günter in der Rolle des Pfarrers ab, als er eine flammende Bittrede an Frau Zachanassian richtete, ebenfalls zum Wohle von Bad Orb. So einige Schauspieler hatten da doch Probleme mit der Beherrschung, zu mal Günters Rede nicht gerade kurz war.

Ein Phänomen hatten wir während der ganzen Spielzeit beobachtet. Es wurde nicht mehr so lange gefeiert. Das lag zum einen an den nicht sehr hohen Temperaturen und nicht zu letzt daran, dass wir ja alle am nächsten Tag wieder auf der Bühne stehen würden und selbst die kleinste Rolle konnte es sich nicht erlauben zu schlampen. Ganz abgesehen davon gab es innerhalb der Schauspieler eine ziemliche Unruhe. Es lag einfach ein Gewitter in der Luft, dass sich später noch ziemlich entladen sollte. Doch davon später.

Die Aufführungen von „Emil und die Detektive“

Während den Aufführungen amüsierten sich Markus Oelze und Kerstin Zischka in der Technik, denn unsere Kids blieben doch wirklich jedes Mal an der gleichen Stelle mit dem Text hängen und überschlugen drei Seiten im Textbuch. Das Publikum hat davon nichts gemerkt, denn unsere Kids überspielten sehr professionell diese Panne. Armin Metzler dirigierte während den Aufführungen den Kinderchor und ich weiß wirklich nicht, wer außer dem Armin ebenso aufgeregt war. Für die Schauspieler war es auch eine besondere Freude zu sehen, wie unser junges Publikum bei den einzelnen Szenen mitging. So manches Kind wäre am liebsten mit auf die Bühne gesprungen und hätte dem fiesen Grundeis eine ordentliche Tracht Prügel verabreicht. Für viele Kinder stellte sich nach der Aufführung die Frage: Ist der Grundeis wirklich so ein fieser Typ, oder kann er auch richtig nett sein?“

Als wir dann im Emil das letzte Mal auf der Bühne standen, taten das nicht nur die Kinder mit Tränen in den Augen. Es hatte einfach total Spaß gemacht, so etwas tolles auf die Bühne zu stellen und auch ein solch positives Echo zu erhalten. Und die Kids überraschten ihren Regisseur noch mit einem Geschenk.

Besuch des Stückes „Die schwarze Spinne“ bei den Festspielen auf der Clingenburg

Im Juli 2002 besuchte die Theatergruppe die Clingenburg-Festspiele in Klingenberg. Dort spielen ausnahmslos Profis und es war für meine Schauspieler schon sehr interessant, da zu zusehen. Von Armin Metzler organisiert hatten meine Schauspieler erst noch eine Führung hinter den Kulissen der Festspiele und das war für alle sehr interessant. Besonders Mollo erhielt einige Anregungen für den Kulissenbau. Auch die Technik war für meine Schauspieler etwas neues, denn die Schauspieler tragen dort keine Mikros, sondern sämtliche Mikros sind Richtmikros, die in die Kulissen integriert sind und das schafft schon eine besondere Bewegungsfreiheit. Auch die Werbung und das Catering für die Clingenburg-Festspiele war sehr interessant und das eine oder andere wird sich dann auch bei uns finden. Es ist eben immer gut mal über den eigenen Tellerrand zu sehen und neue Ideen aufzugreifen. Das Stück selbst fesselte die Schauspieler sehr und vielleicht werden es mal meine Schauspieler auf den Holzhof bringen und deshalb verrate ich auch nicht die Handlung des Stückes. Nur soviel es geht in den Bereich meiner Sage.

Rücktritt der Abteilungsleiterin und des Geschäftsführers am 21.09.2002

Für den 21.09. war eine Feedback-Besprechung der Holzhoffestspiele 2002 geplant, doch die hielt eine Überraschung bereit. Schon im August hatten Werner und Kerstin sich Gedanken über die Organisation der Theatergruppe und der Holzhoffestspiele gemacht. Herausgekommen war eine Präsentation, die nun den Orga-Mitgliedern vorgestellt werden sollte. Im Laufe der Besprechung gab Tamara offiziell bekannt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung ihr Amt als Abteilungsleiterin der Theatergruppe zurückgeben würde. Die nächste Überraschung hielt Armin bereit, denn er trat ebenfalls mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Geschäftsführer zurück. Das war für die Anwesenden ein ziemlicher Schlag. Kerstin erklärte sich bereit die Abteilungsleitung kommissarisch bis zur nächsten Vorstandswahl zu übernehmen. Andrea wurde ihr Stellvertreterin. Das Amt eines Geschäftsführers wurde nicht besetzt und wurde ebenfalls von Kerstin und Andrea mit übernommen.

Neue Organisationsstrukturen in der Theatergruppe

Nach den personellen Veränderungen in der Theatergruppe entschlossen sich Andrea und Kerstin ein Orga-Team für die Theatergruppe zu gründen. Es bestand nun aus folgenden Mitgliedern:

Kerstin        Abteilungsleiterin

Andrea        Stellv. Abteilungsleiterin

Norma         Schriftführerin

Mollo           Kulissenbau

Harald         Kasse

Monika         Fundus

Tamara        Catering

Armin           Bühne und Technik

Elsbeth       Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

Inzwischen hat Tamara aus persönlichen Gründen ihr Amt niedergelegt und nun ist Hanne für den Bereich Catering zuständig.

Peter von Orb goes to the Internet

Schon seit langem war geplant für die Theatergruppe einen Internetauftritt zu erarbeiten. Kerstin hatte viele Stunden am PC verbracht Texte geschrieben und mit Elsbeth Bilder für den Auftritt herausgesucht. Armin Leistenschneider hatte Adressen reservieren lassen und nun gibt es mich auch im Internet. Mittlerweile ist der Auftritt überarbeitet und erweitert worden und als Webmaster konnte Bernd Scheler gewonnen werden, der schon einige schöne Ideen verwirklicht hat. Schade ist nur, dass sich so wenige in unserem Forum tummeln, denn Kerstin hätte einiges an Arbeit weniger, wenn sie wichtige Nachrichten einfach nur auf unsere Seite stellen müsste. Aber was nicht ist, kann ja noch werde

Das Jahr 2003

Ausstellung der Bilder von „Der Besuch der alten Dame“ und 
"Emil und die Detektive"
 

In diesem Jahr hatten Elsbeth, Ralph-Philipp, Andrea und Kerstin eine ganz besondere Aufgabe zu lösen, denn sie mussten gleich zwei Inszenierungen per Bild auf die Ausstellungswände im Haus des Gastes bringen. Zum einen ist der Raum sehr begrenzt und zu anderen, welches Bild nimmt man in die Ausstellung, welches nicht und sind dann auch beide Darsteller genügend berücksichtigt, wenn es eine Doppelbesetzung gab. Das waren Fragen die den vieren graue Haare wachsen ließen. Schließlich schafften sie es und die Elsbeths Horrorvision von heruntergefallen Bildern wurde auch nicht wahr. Am Abend der Ausstellungseröffnung war wieder von Orb alles was Rang und Namen hatte vertreten und das ist auch schön, wenn meine Schauspieler spüren wie viel Rückhalt sie auch bei der Orber Bürgerschaft haben und das trotz des schlechten Wetters, denn kurz bevor die Ausstellung eröffnet werden sollte hatte es sehr stark zu schneien begonnen und da sah doch der eine oder andere von einem Besuch der Ausstellungseröffnung ab.

Abschlussfeier für„Emil und die Detektive“ in der Heckenwirtschaft

Die Abschlussfeier für unsere Kids fand nachmittags in der Heckenwirtschaft statt. Harald und Kerstin hatten einen riesen Topf Spaghetti gekocht, während Andrea einen großen Topf Tomatensoße gekocht hatte. Es war schon witzig meine Mannen mit einem rießen Topf hantieren zu sehen. Moni und Mollo hatten sich einige Spiele für die Kids ausgedacht und sogar eine Tombola auf die Füße gestellt.  Da gab es dann auf der einen Seite große Freude, wenn das Objekt der Begierde gewonnen wurde und eben halt auch lange Gesichter, wenn es leider nicht geklappt hatte. Ein großer Erfolg wurde auch die Modenschau, bei der sogar die Jungs eifrig mitmachten.

Abschlussfeier für „Der Besuch der alten Dame“ in der Heckenwirtschaft

Am gleichen Abend fand dann auch die Abschlussfeier für die Mitwirkenden der alten Dame statt. Alle die schon am Nachmittag bei den Kids im Einsatz waren, waren natürlich etwas müde, was deren Feierlaune aber keinen Abbruch tat. Schade war nur, dass relativ wenige Schauspieler dabei waren. Jedenfalls war dies dann der Grundstein für die Idee, die Abschlussfeier gleich am Anschluss an die Holzhoffestspiele stattfinden zu lassen, wenn die Bühne abgeräumt ist und so ist es bis heute geblieben.

Probenwochenende in Poppenhausen

Zum ersten Mal startete die Theatergruppe zu einem Intensivprobenwochenende nach Poppenhausen. Harald, Kerstin, Norma und Armin kannten das ja schon aus der Probenzeit der Dreigroschenoper und da hatte es ihnen schon sehr viel Spaß gemacht und auch die Orber Auflage eines Probenwochenendes war für meine Schauspieler ein ganz besonderes Erlebnis. Armin und Miriam hatten sich sehr viel einfallen lassen. Angefangen über ein gemeinsames Nachdenken, was denn der einzelne von einem Probenwochenende erwartet, über verschiedene Rollenspiele und Improvisationstraining zum gemeinsamen Erarbeiten der Charakteristika der einzelnen Rollen. Etwas ganz besonderes war ja das morgendliche Wecken. Von Kay wurde die ganze Mannschaft mit klassischen Klängen geweckt und dann schloss sich auch noch eine Meditation von Kay an.

Kurzgesagt der Tag begann einfach entspannt. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz, denn bei einer Wanderung an den Guckaisee wurde auch eine ordentliche Schneeballschlacht veranstaltet. Am Abend traten dann Harald und Frederick in Aktion als sie ganz stilvoll eine Feuerzangenbowle zelebrierten. Am Sonntag Morgen gingen alle mehr oder weniger munter zu unserer Meditation und so mancher hatte wohl schon unseren zweibeinigen Wecker verflucht, aber die sehr entspannende Meditation vertrieb auch den letzten Anflug von Kater. Nach dem Frühstück ging es weiter mit den Proben und nach dem sehr guten Mittagessen ging es wieder Richtung Heimat. Alle waren der Meinung, dass dieses Wochenende sehr viel Spaß gemacht hatte und das dies von nun an ein fester Bestandteil im Jahresprogramm der Theatergruppe werden sollte.

Ein neuer Vorstand der Theatergruppe wird gewählt

Am 05. Februar wurde bei der Jahreshauptversammlung des Kulturkreises der Vorstand neu gewählt. Damit wurden Kerstin und Andrea zu ordentlich gewählten Leiterinnen der Theatergruppe.

Fremdensitzung 2003

Die Vorbereitungen zur Fremdensitzung machten uns ziemliche Sorgen. Wir hatten zwar schon im September 2002 damit angefangen uns Gedanken über unseren Vortrag zu machen, aber irgendwie war einfach keine zündende Idee darunter. Schließlich einigten wir uns auf TV-Total mit Stefan Raab, mit dem Schwerpunkt auf dem Buch von Dieter Bohlen. Aber damit waren unsere Probleme noch lange nicht beendet. Anfang Dezember sagte Armin Metzler Hals über Kopf aus persönlichen Gründen seine Teilnahme an der Fremdensitzung ab. Jetzt war guter Rat teuer. Sollten wir damit unseren Vortrag fallen lassen, oder weitermachen? Wenn ja, mit wem? Unsere Wahl fiel nach längerem Überlegen auf Alexander. Alexander war schon früher bei der Orber Fasnacht sehr aktiv gewesen und vielleicht hatte er ja auch Ideen, wie man unserem Vortrag den letzten Pfiff verpassen könnte. Er wohnte zwar mittlerweile nicht mehr in Orb, aber der Kontakt war nie ganz abgebrochen und vielleicht konnte er sich dazu bewegen lassen, doch noch einmal mit uns auf der Bühne zu stehen. Gesagt, getan. Alexander sagte seine Hilfe zu und mit neuem Elan ging es nun an die Arbeit. Am 11. Januar 2003 trafen wir uns im Vereinsheim des Tauchsportvereins und Alexander hatte wirklich einige gute Ideen mitgebracht. So stellten wir vier Wochen vor der ersten Fremdensitzung unser gesamtes Konzept auf den Kopf und überarbeiteten unseren Text. Aus Alexander wurde Stefan Raab, Hawe Rühle wurde zu Elton, Tamara Metzler übernahm die Promis Bully Herbig und Lothar Matthäus, Norma Herold wurde zu Verona Feldbusch, Monika Beck zu Marcel Reich-Ranizki, Thomas Wallich zu Dieter Bohlen und Kerstin verkörperte nach der Absage von Andrea Schweitzer gleich drei Promis nämlich Hella von Sinnen, der Königin Elisabeth II und Harpe Kerkeling, Marvin wurde zu ....... und Armin wurde, als er schließlich doch wieder mitmachte zu unserem Anheizer. Andrea war zu Beginn der Proben auch dabei, musste dann aber krankheitsbedingt ihre Teilnahme leider ganz absagen. Die Proben waren oft sehr nervig und eigentlich lief nichts richtig rund. So gingen wir mit nicht dem besten Gefühl in die Generalprobe, die auch zu einer kleinen Katastrophe wurde, weil mal wieder nicht alle Mitspieler dabei waren. Die erste Fremdensitzung war eine mittlere Qual, denn der berühmte Funken sprang einfach nicht über. Dafür lief dann die zweite Fremdensitzung wesentlich besser, aber bei uns blieb doch ein bitterer Beigeschmack über. Schließlich erklärte dann noch Alexander, dass dies eine einmalige Sache von ihm gewesen sei und er uns weder auf der Bühne, noch beim Entwerfen des Vortrages weiter zur Verfügung stehen würde. Das war ein ziemlich harter Schlag, denn Alexander war zu einem wichtigen Ideengeber geworden und wir hatten im Stillen gehofft, dass der Alexander uns auch in Zukunft die eine oder andere gute Idee würde liefern können. Aus diesem Grund haben wir auch unsere Konsequenz daraus gezogen, zumal wir uns schon in diesem Jahr mit dem Vortrag sehr wehgetan haben, und da wir alle mehr oder weniger ziemlich ausgebrannt sind, haben wir zunächst für 2004 beschlossen, nicht an den Fremdensitzungen teilzunehmen. Vielleicht tut uns diese schöpferische Pause ja auch ganz gut. Wer weiß. Und außerdem, zusehen macht ja auch Spaß, oder?

Rosenmontag 2003

Unser diesjähriger Rosenmontag begann zuerst einmal mit einem gemütlichen Frühstück, diesmal bei Hanne. Nachdem wir uns so gestärkt hatten gingen wir zum Salinenplatz um unseren Stand aufzubauen. Wir hatten uns entschlossen, zur Auffüllung unserer Kassen, wieder einen Stand zu bewirtschaften. Kay hatte hierzu seinen mittelalterl. Marktstand aktiviert und wir wollten heißen Met, Waffeln, sowie Bier, Cola und Limonade anbieten.

Unser Überfall war in diesem Jahr auch anders als sonst, denn diesmal kamen nicht die Schweden; sondern die Räuber des Friedrich Kern in Anlehnung an unser diesjähriges Stück. Vor allem staunte unser Stadtoberhaupt, Wolfgang Storck, nicht schlecht als es mit Räuber zu tun bekam, die anstatt das sie Geld stahlen, auch noch Geld brachten, damit die notleidende Kasse der Stadt wieder etwas in rosiger in Zukunft blicken könnte. Den Text hierzu lieferte Heike Glöckner und weil wir an einem akuten Personalmangel litten, wurde Kerstin Zischka zur Räuberhauptfrau. Gibt es so etwas eigentlich?

Leider lief der Stand nicht so gut, wie wir uns das gewünscht hatten. Was nicht zuletzt daran lag, dass nicht weit von uns ein Bratwurststand war und das Wetter nicht so gut war, wie wir uns das gerne gewünscht hätten. Es wurde nämlich ziemlich kalt und als wir den Stand abgebaut hatten, waren wir alle ziemlich gut durchgefroren. Wir räumten alles zu Thomas und gingen dann zu gemütlichen Teil des Abends über. Keiner von uns hatte groß Lust in eine Kneipe zu gehen und so saßen wir noch eine Weile in Thomas Wohnzimmer bei warmen Met zusammen. Allzu lange dauerte unsere kleine Feier dann doch nicht, denn wir waren alle ziemlich müde und so trennten wir uns schon gegen 20.00 Uhr.

Am nächsten Tag war dann unser traditionelles Fasnacht-Dienstag-Frühstück. Diesmal trafen wir uns im Café Edel. Die mehr oder weniger munteren Frühstücker waren Monika Beck, Thomas Wallich, Norma Herold, Andrea Schweitzer, Hawe Rühle, Hanne Haschert, Kay Schmidt und Kerstin Zischka. Es war ganz schön die Fasnacht so gemütlich ausklingen zu lassen, gegen 11.00 Uhr trennten wir uns, da wir alle noch einige Besorgungen zu machen hatten. Im nächsten Jahr wollen wir uns dann allerdings wieder bei jemandem zu Hause treffen. Das ist halt einfach gemütlicher.

Eine Besprechung mit Hindernissen

Im Februar begannen wir mit den intensiven Planungen für die Holzhoffestspiele 2003. Zu diesem Zweck hatten uns unsere Regisseure Armin und Miriam Leistenschneider zu sich nach Hause eingeladen und so fuhren Thomas Wallich, Monika Beck, Andrea Schweitzer, Werner Schweitzer, Kay Schmitt, Hawe Rühle und Harald und Kerstin Zischka nach Obersotzbach. Pünktlich waren wir ja da, nur unsere Chefs nicht, denn die hatten doch glatt unsere Verabredung vergessen. Nach einigen Telefonaten mit Miriam’s und Armin’s Müttern hatten wir sie endlich gefunden und sie versprachen so bald als möglich zu kommen. Wir nutzten die Zwischenzeit zu einem gemütlichen Spaziergang in Obersotzbach. Es war zwar sehr kalt, aber die Sonne schien und so fanden wir es eigentlich gar nicht so schlimm. Klar, dass wir natürlich kräftig frozzelten, als die Beiden endlich kamen. Später wurden wir noch von Miriam’s Mutter verwöhnt, die uns einen frisch gebackenen Kuchen vorbeibringen ließ.

Aber, wir waren ja nicht nur zum Schmausen da, sondern wir arbeiteten auch angestrengt zusammen. Vor allem die Kulissen trieben Thomas einige Sorgenfalten auf die Stirn. Wie sollte das alles gebaut werden, was von Miriam liebevoll gezeichnet worden war? Bei den Kulissen war es dann schon einfacher, denn wir konnten vieles nutzen, was bereits in unserem Requisitenlager vorhanden war, nur musste eben genau geplant werden, was wann auf der Bühne gebraucht werden würde. Mit unserem Lager gab es dann auch noch so seine Probleme, dass erstreckte sich mittlerweile auf mehrere Kellerräume bei verschiedenen Schauspielern und sollte nun endlich an einem Platz gelagert werden. Mollo erklärte, dass er genügend Platz habe, allerdings müssten noch einige Aufräumarbeiten gemacht werden. Für diese Arbeiten verabredeten wir einen Termin am 15. März und es sollte eine ziemliche Schufterei werden, bis alles ordentlich gelagert werden konnte. Nicht nur bei Familie Wallich hatte sich einiges angesammelt, auch der Keller von Familie Zischka hatte einiges zu bieten und so wurde am 15. März 2003 zusammengeführt, was zusammengehört und von Moni gleich registriert.

Ausflug zu den Stätten des Richters von Orb am 22. März 2003

Auf der Suche nach dem Stück für 2004

In diesem Jahr war sich der Künstlerische Ausschuss schon früh darüber einig, was als nächstes auf der Bühne des Holzhofes gespielt werden sollte. Nach einigen Treffen und intensiven Lesens hatte sich der Ausschuss für das Stück „Der Geizige“ von Moliere entschieden. Nach den vielen Dramen, die wir gespielt hatten und den vielen Toten, die wir immer wieder in unseren Stücken hatten, musste endlich mal etwas lustiges auf die Bühne kommen. In unserem Holzhofblättchen wurde das Stück bereits angekündigt und Armin Metzler wollte mit der Jugendgruppe des Stück „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren spielen. Doch beim wollen blieb es dann auch, denn es kam alles ganz anders.

Eine große Ehrungen für meine Füchse

Im Jahr 2003 feierte die Kreissparkasse Gelnhausen ihr 125 jähriges Jubiläum und veranstaltete zu diesem Zweck ein festliches Konzert in der Konzerthalle. An diesem Abend erhielten meine Füchse eine besondere Ehrung und zwar erhielt die Theatergruppe für die Weiterbildung meiner jungen Schauspieler einen Geldbetrag von 4.000 Euro und außerdem erhielten meine anwesenden Kids noch jeder ein kleines Geschenk. Werner, Armin und Kerstin nahmen den Scheck aus der Hand von Herrn Kleespies entgegen. Leider hatte der Moderator Frank Lehmann, so seine Schwierigkeiten mit den Namen, die er gerne durcheinander brachte. Natürlich machten die drei auch gleich ordentlich Werbung für den Richter von Orb.

Peters Füchse werden wieder aktiv

Nachdem es in 2003 keine Aufführungen der Jugendgruppe gab, sollten meine Kids in 2004 wieder aktiv werden und zwar mit dem Stück „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren. Armin Metzler würde  zusammen mit Armin Leistenschneider die Regie führen und auch die Musik dazu schreiben, so dass „unsere“ Ronja kein Theaterstück im eigentlichen Sinne, sondern Musical werden würde, doch wie immer kam als ganz anders als es geplant war.

Proben auf dem Holzhof

Anfang Mai waren meine Schauspieler wieder am Wochenende auf dem Holzhof zu finden und wie immer machte es sehr viel Spaß das Stück entstehen zu sehen. Vor allem waren meine Schauspieler natürlich auch sehr gespannt, wie dieses Stück vom Publikum aufgenommen werden würde. Es gab ja hierzu keine Schauspielfassung und auch nur wenige kannte die Novelle von Leo Weismantel.

Richtig ekelig versnobt war ja mein junger Landgraf, Sebastian, und schon in den Proben wurde er immer besser. So manches Mal hätte ich, Peter, ihm liebend gerne die Ohren langgezogen.

Und der Richter, Werner, war ja auch das Ekelpaket schlechthin. Da konnte ich mich richtig in den Friedrich Kern (Armin) hineinversetzen und hätte liebend gerne da mitgemischt. Aber eigentlich spielte ich ja da schon mit, denn Armin hatte auch schon mir  sozusagen Leben eingehaucht.

Herrlich war ja auch meine Orberin Reinhilde, schon in den Proben musste ich so manches Mal Tränen lachen, denn nicht nur, dass sie gekonnt ein Fenster putzte, dass gar nicht da war, nein, sie nahm auch noch ihr Gesangbuch und schlug es dem gefangenen Richter von Mal zu Mal heftiger auf den Kopf. Gott sei Dank, dass Werner da immer eine Perücke trug, denn das hätte bestimmt einige kräftige Beulen gegeben.

Die Generalprobe hatte zwar auch ihre Tücken, aber nach alter Tradition lief dafür die Premiere um so besser.

Die Theatergruppe beim Brunnenfest 2003

Wie immer war meine Truppe natürlich auch beim Brunnenfest dabei. Und zwar mit fast allen Rollenträgern. Und natürlich auch in den Kostümen, die dann später auch auf der Bühne getragen wurden.

Die Aufführungen von „Der Richter von Orb“

Um es gleich vorweg zusagen, alle Aufführungen des Richters konnten auf dem Holzhof stattfinden. Bei den beiden Sonntagsnachmittagsaufführungen brannte eine ziemlich heiße Sonne vom Himmel, so dass nicht nur das Publikum ordentlich ins Schwitzen kam auch meine Schauspieler hatten in ihren dicken Kostümen Sauna pur und das steigerte natürlich auch den Getränkeverbrauch, aber nicht von alkoholischen Getränken, sondern von Mineralwasser.

Die Maske war nicht mehr im Bachmannshaus, sondern im Salon von Marieta und so sahen die Orber einige seltsame Gestalten, teils im Kostüm, teils noch in Zivil, erst ungeschminkt, dann geschminkt durch die Orber Straßen laufen. Logisch, dass die meisten Schauspieler natürlich die kürzeste Wegstrecke zum Holzhof nahmen.

Abschlussfeier der Holzhoffestspiele

In diesem Jahr feierten wir den Abschluss der Holzhoffestspiele im Kärrners, nachdem die Bühne und die Kulissen abgeräumt und das Bachmanns Haus gesäubert worden war. ´Meine Schauspieler hatten glänzendes Wetter erwischt und saßen sie noch zu später Stunde zusammen und man glaubt es kaum, dass Orber Lied und natürlich der Schwedenmarsch wurden ziemlich laut gesungen. Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft, sie können nicht nur gut Theaterspielen, nein auch als Chor wären sie durchaus ausbaufähig.

A-Train bei den Holzhoffestspielen

Am 12. Juli gab die Landesakkordeon Big Band A-Train ein Konzert auf meiner Holzhofbühne. Der Kontakt war durch Armin Leistenschneider zustande gekommen. Hörte sich schon super an und ich hätte nie gedacht, dass Akkordeons so verschieden spielen können.

Damit waren die Holzhoffestspiele 2003 entgültig beendet und die Bühne wurde abgebaut.

Das erste Treffen mit „Peter’s Füchse“

Am 16. Juli fand das erste Treffen mit unseren Füchsen für die Holzhoffestspiele 2004 statt. Mittlerweile war aus der Planung von Armin Metzler „Ronja Räubertochter“ zu spielen, „Das fliegende Klassenzimmer“ geworden, weil er meinte, dass da einfach zu wenig Jugendliche mitspielen könnten. So viel seine Wahl schließlich auf „Das fliegende Klassenzimmer“, dass ebenso wie „Emil und die Detektive“ als Musical inszeniert werden soll. Beim ersten Treffen waren schon einige Jugendliche dabei, die diese Idee begeistert aufnahmen und wenn am nächsten Treffen im September die Textbücher verteilt werden, werden mit Sicherheit noch einige Jugendliche hinzugekommen sein.

Eine Hochzeit in der Theatergruppe

Am 09. August 2003 war es soweit. Armin und Miriam wurden in der Kirche St. Peter und Paul in Bad Soden-Salmünster getraut. Einige Mitglieder der Theatergruppe waren hierzu eingeladen und die überraschten die Beiden natürlich ganz gehörig. Das fing schon gleich nach der Kirche an, als die Schauspieler, jeder mit einer Rose bewaffnet, vor der Kirche Spalier standen. Armin und Miriam staunten nicht schlecht. Doch damit war der Abend der Überraschungen von unserer Seite noch lange nicht beendet. Nach dem Abendessen überreichte Kerstin Zischka zusammen mit Mathias Strobel unser Geschenk. Das aus einem 5 ltr. Bembel mit 18 dazugehörigen Bechern bestand. Auf dem Bembel standen die Namen der Schauspieler in deren eigener Handschrift und auf den Bechern stand eine Rolle die der betreffende unter der Regie von Armin und Miriam gespielt hatten. Das war ein sehr persönliches Geschenk und ich glaube, es hat den Beiden sehr viel Freude gemacht. Hinzu kam dann noch ein Kasten Apfelwein für die erste Füllung des Bembels. Danach mussten wir uns umziehen, um als Engel Armin ein wenig auf die Schippe zu nehmen mit „Ein Leistenschneider im Himmel“. Das klappte sehr gut, wenn wir Schauspieler auch aufpassen mussten nicht am Ende „Helau“ zu rufen. Das war halt noch so drin, von den Fremdensitzungen. Zu vorgerückter Stunde hieß es dann noch „Die wahre Geschichte vom Aschenbrödel“ und da musste Miriam ihre Fähigkeiten als Schauspielerin unter Beweis stellen. Das hat übrigens auch sehr gut geklappt. Und ich denke damit haben wir unseren beiden Chefs eine unvergessliche Hochzeitsfeier bereitet.

Bühnenarbeit im Herbst

Wer gedacht hätte, dass damit die Arbeit für meine Mannen sei damit beendet, der irrte sich gewaltig, denn Ende August rückte das große Streichorchester mit Pinsel und Holzschutzlasur auf dem Holzhof an. Die Bühne wurde noch einmal sorgfältig abgekehrt und dann wurde Balken für Balken und Stützpfeiler für Stützpfeiler sorgfältig gestrichen, denn die Bühne soll uns ja noch eine Weile erhalten bleiben und da muss sie eben auch sorgfältig gepflegt werden. Mitglieder des großen Streichorchesters waren Mollo, Harald, Hawe, Sven und Monika.

Neue Stücke werden gesucht

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass der Künstl. Ausschuss sich nun um das Stück 2005 kümmern könnte, doch es kam ganz anders. Im Oktober gab es ein Treffen, bei dem das Stück der Geizige vorgestellt wurde und die vorher zurückgegebenen Rollenwunschzettel besprochen wurden. Da sich für eine Rolle gleich 5 Schauspielerinnen bewarben, entschied Armin, dass es bei den Rollen, bei der sich mehr als zwei Schauspieler gemeldet hätten, es einen Vorsprechtermin geben sollte. Dies stieß bei den betroffenen Schauspielern nicht unbedingt auf Gegenliebe, doch es sollte gar nicht soweit kommen. Für die weiblichen Rollen hatten sich genügend Schauspielerinnen gemeldet, doch bei den Männern sah es düster aus. Keiner erklärte sich bereit, die Rolle des Harpagon zu übernehmen und als dann die Rolle der beiden jugendlichen Liebhaber ebenfalls nicht besetzt werden konnten, war das Projekt Moliere gescheitert. Nun ging es wieder los, mit der Suche nach einem Stück. Schließlich einigte sich der Ausschuss auf „Der fröhliche Weinberg“ von Carl Zuckmayer. Schon einmal hatten meine Schauspieler ein Stück von Zuckmayer gespielt und bei diesem Stück gab es garantiert keine Toten am Ende, sondern eher ein vierfaches Happy End.

Auch bei der Jugendgruppe hatte sich eine Änderung ergeben. Aus „Ronja Räubertochter“ war „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner geworden. Dies lag einfach daran, dass sich sehr viele Kinder für die Jugendgruppe gemeldet hatten, aber es in dem Stück „Ronja Räubertochter“ eigentlich nur zwei Kinderrollen gab. Aus diesem Grunde wurde um disponiert und ich denke, dass dies für meine Füchse die richtige Entscheidung war.

Passionsspiele in Bad Orb

Schon lange hatte Ulrich Prähler die Idee in sich getragen in Bad Orb Passionsspiele u veranstalten. Gemeinsam mit Reinhilde Rieger wurde Armin Leistenschneider angesprochen, der von dieser Idee sofort begeistert war. Armin Leistenschneider ist nämlich einer der Gründer der Salmünster Passion, die sich schon einen guten Ruf in der Passionsspielsorteszene erworben hat. Mit Ralph-Philip Ziegler hatte er die Salmünsterer Passion auch schon einige Mal überarbeitet, so dass er diese neue Aufgabe mit Begeisterung übernehmen wollte. Im Oktober traf sich das Organisationsteam, dessen Mitglieder sind: Ulrich Prähler, Reinhilde Rieger, Werner Johanns, Armin und Miriam Leistenschneider, Elsbeth Ziegler, Kerstin Zischka und Ralph-Philip Ziegler sind, zum ersten Mal. Ging es anfangs nur um den Gedanken, ob eine Passion überhaupt machbar ist, so haben sich inzwischen viele Schauspieler, Statisten, Chöre und Orber Vereine bereiterklärt, bei der Passion mitzuwirken und so wird es im Sommer 2005 keine Holzhoffestspiele im eigentlichen Sinn geben, sondern eben die Orber Passion zur Aufführung kommen. Geschrieben wird sie von Armin und Miriam Leistenschneider und Ralph-Philip Ziegler.

Das Jahr 2004

Ausstellungseröffnung für „Der Richter von Orb

Probenwochenende in Poppenhausen

 Rosenmontag 2004

Wenn meine Schauspieler bei den Fremdensitzungen diesmal nur als Zuschauer dabei waren, so waren sie doch am Rosenmontag beim Rathausüberfall aktiv. Der Tag begann wie immer mit einem ausgiebigen Frühstück bei Hanne. Als Kostümierung waren meine Schauspieler diesmal in den 68ern gelandet. Als friedliche Hippies wollten sie mit einem friedlichen Sit-In unser Stadtoberhaupt aus dem Rathaus bugsierten. Andrea hatte überdimensionale Joints gebastelt, wobei ihr Hase dabei sein Heu herausrücken musste. Wolfgang Storck meinte, dass er noch nie so friedlich aus dem Rathaus vertrieben worden sei. Schließlich führte meine Mannschaft wieder den Faschingszug an. In diesem Jahr bewirtschaftete die Theatergruppe keinen Stand auf dem Salinenplatz, sondern konnte sich ganz dem feiern widmen, was sie dann auch ausgiebig in der Gaststätte Fass machte. Einige machten sich dann schon früh wieder auf den Heimweg, denn sie waren doch ziemlich erschossen. Am nächsten Morgen war dann auch wieder das traditionelle Fasnachtsfrühstück im Café Edel, dass sich auch ziemlich hinzog, weil es halt einfach so gemütlich war. Als „Frühstücker“ waren Andrea, Hawe, Gunter, Norma, Harald, Hanne und Kerstin da, alle anderen mussten leider arbeiten.

Akuter Männermangel

Es war zum verzweifeln. Jetzt hatte meine Theatergruppe endlich ein Stück gefunden, dass sie spielen konnte und nun waren einige Rollen noch immer nicht besetzt und zwar hauptsächlich Männerrollen. Eigentlich war es nicht so schlimm, wenn meine Schauspielerinnen Männer spielten, doch bei Veteranen die sich auch noch prügeln sollten, war das doch etwas problematischer. Schließlich ging es soweit, dass Armin schon drauf und dran war die Inszenierung des fröhlichen Weinberges abzusagen. Doch es nahte Rettung.

Neuzugänge in der Theatergruppe

In diesem Jahr kamen einige zu meiner Theatergruppe hinzu, die die sehr bereichert haben. Nämlich Uwe Meyer aus Gelnhausen, Jürgen Maul aus Radmühl, Barbara Heinz und Stephan Schreiber aus Aura, Michael Blum aus Bad Orb und Stephan Schmitz ebenfalls aus Bad Orb. Besonders bei Michael Blum staunte Armin nicht schlecht, als Michael gleich in der ersten Probe bei der er einen Veteranen hinlegte, der sich gewaschen hatte. So ein Naturtalent habe er noch nie gesehen, meinte Armin hierzu. Auch Stephan Schmitz hat bei den Proben schon einige Begeisterungsstürme hervorgerufen. Toll was es doch für Talente gibt.

Proben im Haus der Vereine

Von März bis April gingen die Proben für beide Stücke im Haus der Vereine über die Bühne und das war eigentlich auch ganz gut, denn Petrus war in diesem Jahr nicht sehr freundlich zu uns, doch davon werde ich noch erzählen. Jedenfalls waren die Proben zum Weinberg nicht so einfach, wie meine Schauspieler sich so das gedacht hatten. Relativ spät waren erst alle Rollen besetzt und das gab doch einige Unruhe in den Proben. Ein ziemliches Problem hatten Harald und Kerstin, denn sie sollten ein Liebespaar darstellen und das ist gar nicht so einfach, wenn man schon sieben Ehejahre auf dem Buckel hat. Besonders Kerstin musste immer wieder lachen, wenn Harald sie in einer Szene anschmachtete. Aber auch die anderen beiden Liebespaare hatten so ihre Probleme. Bei Moni und Mollo hakte es auch, nur bei Norma und Detlef lief es wie geschmiert. Das war aber auch kein Kunststücke, denn die beiden waren schließlich schon im Schinderhannes als Hannes und Julchen auf der Bühne gewesen. Armin ordnete schließlich eine Sonderprobe an und ab da war der berühmt berüchtigte Knoten geplatzt. Detlef und Norma versorgten die beiden anderen Paare mit wertvollen Tipps und damit lief es dann immer besser.

Auch bei den Kids waren die Proben nicht ohne und ich habe Armin oft für seine guten Nerven bewundert. Ihm zur Seite standen Matthias und Peter und das ist bei meinem Flohhaufen Peter’s Füchse auch dringend nötig gewesen.

Proben auf dem Holzhof

Die Proben auf dem Holzhof waren in diesem Jahr nicht ganz einfach, denn oft hatten meine Schauspieler sehr mit dem schlechten Wetter zu kämpfen. Oft ließen sich die Weingläser in der Wirtshausszene nicht leeren, weil Petrus immer wieder auf seine Art und Weise nachschenkte. Und kalt war es teilweise. Aber dennoch schaffte es meine Mannschaft bei einem Arbeitseinsatz zum Bühnenbau an Christi Himmelfahrt zu grillen, sehr zum Erstaunen der Passanten, aber warum soll man nicht auch auf der Bühne grillen, wenn man schon den ganzen Tag am Arbeiten ist. Übrigens hatte Petrus an diesem Tag ein Einsehen mit meinen fleißigen Schauspielern, denn eine strahlende Sonne stand am Himmel und so blieben meine Mannen mal wieder länger zusammensitzen, als sie es eigentlich gedacht hatten.

Catering in eigener Regie

In diesem Jahr gab es im Orga-Team gleich zwei Neuerungen. Tamara hatte sich als Verantwortliche für das Catering aus dem Orga-Team zurückgezogen und die AWO unser langjähriger guter Partner hatte schon im Herbst letzten Jahres bekanntgegeben, dass sie der Theatergruppe nicht mehr als Helfer zur Verfügung stehen würden. Da war erst einmal guter Rat teuer.

Für Tamara kam Hanne an Bord des Orga-Teams und nach langen Überlegungen entschloss sich das Orga-Team, dass Catering in die eigene Hände zu nehmen. Was sich Hanne da an Arbeit aufgeladen hatten wurde ihr nur zu bald bewusst und unsere Hochachtung vor der Leistung der Damen und Herren der AWO wuchs stetig an. Hanne krempelte die Arm hoch, im wahrsten Sinne des Wortes, und legte los. Einige amtliche Auflagen waren zu befolgen und eine Gesundheitsuntersuchsuchung musste sie über sich ergehen lassen. Daher konnte sie in diesem Jahr auch nicht auf der Bühne stehen und das hat ihr schon sehr leid getan. Andrea und Hawe standen ihr zur Seite und dieses Dreigestirn vollbrachte einige Wunder.

Es musste ein Zeit gekauft und aufgebaut werden, eine Theke lieh sich meine Truppe von Fa Prehler und eine Menge Schauspieler erklärten sich bereit, abwechselnd in den Pausen der Aufführungen zu helfen. Für das Klassenzimmer und den Weinberg gab es auch eine spezielle Bewirtung. War es beim Weinberg eher Wein, Käse und Laugengebäck, so gab es bei den Kids den eigens greierten „Süßbapsch“ und der fand nicht nur reisenden Absatz, sondern auch einen Nachahmer beim Schwimmbadfest in Bad Orb. Auch viele Eltern halfen insbesondere bei den Aufführungen der Kids und das finde ich einfach großartig. Nach den Holzhoffestspielen waren meine drei „Musketiere“ ziemlich fertig und ich muss meinen Hut ziehen, vor der Leistung der Drei.

Aufführungen von „Der fröhliche Weinberg“

Entgegen der unruhigen letzten Proben für den Weinberg wurde die Premiere des fröhlichen Weinberges ein großer Erfolg und es zeigte sich, dass der künstl. Ausschuss eine goldene Nase bewiesen hatte, als er das Stück den Schauspielern vorschlug. Von vielen Zuschauern war zu höheren, dass sie sich königlich über meine Schauspieler amüsiert hätten und das die Leistung der Schauspieler durchweg als sehr gut beurteilt wurden. Auch meinen Schauspielern machte es sehr viel Spaß, wenn sie merkten, dass die Zuschauer ebensoviel Spaß an diesem Stück hatten, wie sie. Mit kleineren Pannen ging die Premiere über die Bühne, die aber Gott sei Dank, das Publikum nicht so sehr bemerkte.

Pünktlich erschienen meine Schauspieler in der Maske im Haarstudio Heim. Dort gab es, um die Wartezeit zu verkürzen, ein Glas Sekt. Vor allem war dies für die Schauspieler noch einmal die Gelegenheit sich zu entspannen.

Wie immer begann der Abend für die Schauspieler mit einem gemeinsamen Becher Sekt im Aufenthaltsraum und dann ging es zum Warm-Up auf den Polizeihof. Diese Traditionen müssen einfach sein, auch wenn so mancher Schauspieler ein wenig absonderte, um noch einmal in Ruhe sich auf seine Rolle vorzubereiten.

Auf der Bühne galt strenges Alkoholverbot für meine Schauspieler und so war eben der Wein kein Wein, sondern Apfelsaftschorle. Das hat aber auch ganz gut getan. Außerdem ließen es sich meine Schauspieler sowieso gut gehen, denn Jürgen brachte immer aus dem Vogelsberg frisches Brot, Schinken und Würstchen mit und deren Genus ließen sich meine Schauspieler nicht zweimal sagen. Stephan Schmitz brachte jedesmal frische Weintrauben mit und Stephan Schreiber brachte von seinem Vater auch eine Flasche Wein mit. Allerdings wurde davon nur wenig getrunken, denn alle hatten schließlich auch ihren Text und die Einsätze sollten ja auch richtig kommen.

Auch die Rauferei klappte hervorragend und die Fensterflüge von Detlef, Stephan und Norbert waren schon sehenswert.

Auch die Szene mit der zu zerbrechenden Flasche klappte. Moni deponierte die Flasche immer in unseren Brunnen, da sie halt auch sehr leicht zerbrach und das sollte sie eigentlich ja nur auf dem Kopf des Vogelsbergers.

Auch die Liebesszene zwischen Harald und Kerstin klappte und Kerstin war sichtlich erleichtert, denn vor dieser Szene hatte sie doch immer regelrechten Bammel. Und das blieb so bis zur letzten Vorstellung so.

Aufführungen von „Das fliegende Klassenzimmer“

Die Aufführung des Klassenzimmers waren alle sehr gut und ich habe meine Kids für ihre guten Nerven bewundert. Lampenfieber war nur für einige wenige ein Thema und selbst große oder auch kleine Texthänger überspielten sie super. Auch das Improvisationstalent einiger meiner Schauspieler war super. Wenn ich den Text nicht gekannt hätte, ich hätte so manchen Patzer gar nicht bemerkt. Armin hatte wieder eine sehr schöne Inszenierung auf die Beine gestellt und es kamen Talente zu Tage, die ich so nicht für möglich gehalten hatte. Wiebke spielte und sag einfach super, aber auch Ann-Christin, Kirsten, Tobias, Senta und viele andere mehr. Ich kann sie alle gar nicht alle aufzählen, am besten man sieht sich die Besetzungsliste des Klassenzimmers an. Nicht einen von meinen Kids möchte ich dabei missen.

Nur Petrus meinte es mit ihnen gar nicht gut. Immer wieder regnete es bei den Aufführung, oder kurz davor. An der Kasse waren dann Regencapes und Wischlappen erhältlich, weil meine Mannschaft oft gar nicht so schnell die Stühle wieder trocknen konnte, als das es dann wieder regnete. Jedenfalls bin ich auf meine Kids sehr stolz und wenn diese Truppe zusammenbleibt, brauche ich mir um den Fortbestand der Theatergruppe und der Holzhoffestspiele keine Sorgen machen.

Abschlussfeier für „Der fröhliche Weinberg“

Die Abschlussfeier vom Weinberg fand wie immer im Kärrners statt, doch leider konnten meine Schauspieler nicht im Biergarten sitzen, weil es fürchterlich regnete. Leider konnten nicht alle Schauspieler dabei sein, weil sie schon in Richtung Urlaub gestartet waren, oder auch bei den Vorbereitungen zum Brunnenfest dabei waren. Dennoch war es ein sehr gemütlicher Abend der, ganz traditionsgemäß, mit dem Lied der Orber Schweden und dem Orber Lied zu Ende ging.

Die Theatergruppe beim Brunnenfest 2004

Entgegen der früheren Gepflogenheiten fand das Brunnenfest in diesem Jahr im Juli statt. Lange war es nicht klar, ob meine Theatergruppe überhabt am Festzug würde teilnehmen können. Zum einen lagen nämlich anstrengende Wochen hinter meinen Schauspieler und zum anderen was sollten meine Schauspieler denn tragen? Kerstin kam dann auf eine Idee. In diesem Jahr wird ja meine Theatergruppe fünf Jahre alt und warum sollte man dann nicht auch Kostüme aus den gespielten Stücken tragen. Gesagt getan. So konnten die Orber dann ein Wiedersehen mit mir (Thomas stellte mich dar) und meinen Schweden Andrea und Max feiern. Hanne kam als arme Frau aus dem Schinderhannes, während Kerstin und Detlef als Götz und Elisabeth von Berlichingen daherkamen. Tamara und Regina vertraten als Claire Zachanassian und Frau Ill das Stück „Der Besuch der alten Dame“, während Werner und Verena als Richter von Orb und Bärbel Blank das Stück der Richter von Orb vertraten. Aus dem fröhlichen Weinberg war als Gunderloch Harald dabei, während Moni als Babettchen noch einmal in ihre Rolle schlüpfte. Auch meine Kids waren natürlich mit dem Emil und die Detektive und dem fliegenden Klassenzimmer dabei.

Fundus und Maske

Nachwort

Das waren die ersten fünf Jahre meiner Theatergruppe. Ich hoffe sehr, dass es noch viele weitere Jahre meiner Theatergruppe gibt und das meine Schauspieler noch lange viel Freude am Theaterspiel haben werden auf „unserem“ Holzhof, der für einige meiner Schauspieler zu einer zweiten Heimat geworden ist. Ein ganz großes Danke-Schön an die vielen Helfer im Hintergrund, die mit Ihrer Unterstützung erst die Holzfestspiele und damit auch die Theatergruppe erst möglich gemacht haben. Da ich auch nicht einen vergessen möchte, zähle ich sie nicht im einzelnen auf, denn ich glaube, jeder weiß selbst, was er für die Theatergruppe getan hat.

Peter von Orb